Kommentar

Indexpolicen: Ein leiser Abgesang

Angetreten als vermeintliche eierlegende Wollmilchsau bleiben Indexpolicen seit Jahren hinter ihren Erwartungen zurück, meint procontra-Redakteur Florian Burghardt. Trotz einzelner guter Renditen schrumpfen Angebot und Vertrieb der Policen stark zusammen.

procontra-Redakteur Florian

procontra-Redakteur Florian Burghardt schätzt, dass Indexpolicen nach und nach aus den „Regalen“ von Lebensversicherern und Maklern verschwinden werden. | Quelle: procontra

Als ich vor über 10 Jahren zum ersten Mal von Indexpolicen gehört habe, klang das Produkt für mich wie die eierlegende Wollmilchsau für uns sicherheitsliebende Deutsche: Quasi ohne Verlustrisiko am nebulösen Aktienmarkt mitmischen, mit der Chance auf hohe Renditen. Mega! Unter Verbraucherinnen und Verbrauchern haben die Produkte mehr oder weniger immer noch dieses Image – zu Unrecht, wie ich finde.

Der größte Knaller ist für mich dabei, dass die Produkte eine Nähe zu den großen Aktienindizes wie DAX oder Euro Stoxx 50 suggerieren. Doch die Renditen der Indexpolicen bleiben konstant weit hinter den tatsächlichen Renditen der Indizes zurück. Im Jahr 2025 erzielten die Policen eine durchschnittliche Rendite von 3,7 Prozent, während die beiden genannten großen Indizes jeweils auf rund 20 Prozent kamen. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied – wenngleich manche Tarife mit Stichtagsrenditen zwischen 10 und 13 Prozent herausragten. Dazu kommt noch, dass Indexpolicen mit ihrer durchschnittlichen Rendite nur marginal besser performten als die vielgescholtenen kapitalbildenden privaten Rentenversicherungen.

Neugeschäfts-Stopp bei 3 Versicherern

Spricht man mit Maklern, so finden sich schnell mehrere, die aus Überzeugung darauf verzichten, ihren Kunden Indexpolicen zu empfehlen. Dass es sich dabei um keine Einzelfälle handelt, zeigt eine Umfrage des IVFP unter Versicherungsvermittlern. Demnach berät rund die Hälfte der Befragten nicht oder nicht mehr zu Indexpolicen. Dies sei der schlechteste Wert, seit die Umfrage erstmals durchgeführt wurde. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Produkte gibt, die in der Beraterlandschaft mehr Abneigung erfahren. Ein klarer technischer K.O.

Nicht zuletzt hat der leise Abgesang auf Indexpolicen auch die Lebensversicherer, also deren Anbieter erreicht. Von 16 auf 13 ging ihre Anzahl zurück, nachdem Barmenia, Targo Lebensversicherung und LV 1871 im vergangenen Jahr das Neugeschäft mit Indexpolicen einstellten. Zwar wurden für diesen Schritt überwiegend organisatorische Gründe genannt – ein deutliches „Ja“ zur Indexpolice sieht aber anders aus.