Analyse 2025

Indexpolicen-Rendite erneut weit hinter Dax und Co

Trotz gestiegener Überschussbeteiligungen konnten Indexpolicen ihre Renditen in 2025 nur minimal steigern – gegenüber zweistelligen Gewinnen ihrer Index-Vorbilder. Nullrunden sind zudem sehr häufig.

Aktienkurse

Die Renditen der Indexpolicen von Lebensversicherern blieben 2025 erneut weit hinter ihren Aktienindex-Vorbildern zurück. | Quelle: Manuel Breva Colmeiro

Indexpolicen, deren Indexjahr in 2025 endete, erzielten im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Rendite von etwa 3,4 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) in einer aktuellen Marktanalyse aller 16 Lebensversicherer mit Indexpolicen-Bestand. Produkte mit einer jährlichen Beteiligungsquote performten hier im Durchschnitt (3,7 Prozent Rendite) deutlich besser als Cap-Produkte (2,5 Prozent).

Damit konnten Indexpolicen ihren Inhabern zwar erneut etwas mehr Rendite bieten als in den Vorjahren (2023: unter 2 Prozent; 2024: knapp 3 Prozent), ein leichter Aufschwung ist also erkennbar. Jedoch blieben sie erneut weit hinter den großen Aktienindizes zurück, an deren Wertentwicklung die Rentenversicherungen partizipieren sollen. Zum Vergleich: Der Euro Stoxx 50, den viele Lebensversicherer als Basis für ihre Indexpolice anbieten, erreichte im Jahr 2025 eine Rendite von etwa 18 Prozent. Beim Dax waren es sogar 22 Prozent.

Höhere Überschüsse änderten wenig

Damit die Kunden von der Entwicklung von Dax und Co. profitieren, ist der Kauf von Optionen auf den jeweiligen Index notwendig. Dies wird durch die Überschussbeteiligung ihrer Police finanziert, auf deren Gutschrift sie dafür verzichten. Da die Überschussbeteiligung in den letzten Jahren bei fast allen Lebensversicherern gestiegen ist, erklärt sich die leicht gestiegene Durchschnittsrendite, da nun mehr Optionen gekauft werden konnten.

Doch laut Verbraucherschützern weisen Indexpolicen in ihrem Produktaufbau Schwächen auf. Zum einen würden die Versicherer häufig hauseigene Indizes verwenden, die zu deutlich geringeren Renditen führen würden. Zum anderen würden die festgelegten Stichtage für die Renditemessung Probleme bereiten. Mehrere Versicherungsmakler haben bereits gegenüber procontra erklärt, ihren Kunden bewusst keine Indexpolicen anzubieten.

45 Prozent Nullrunden

Als Indexpolicen Anfang der 2010er Jahre vermehrt auf den Markt kamen, galten sie ein wenig als „eierlegende Wollmilchsau“ der privaten Altersvorsorge: Die Chance auf hohe Aktienmarkt-Renditen und das ohne Verlustgefahr. Denn performen die Indizes zu den Stichtagen schlecht, werden maximal Nullrunden verbucht, aber keine Verluste.

Allerdings kommen diese Nullrunden relativ häufig vor. Laut der IVFP-Analyse gab es in den Jahren 2007 bis 2025 insgesamt 45,2 Prozent Nullrunden. In rund 40 Prozent der Fälle konnten jährliche Renditen zwischen null und 6 Prozent erzielt werden. Renditen von über 10 Prozent gab es nur in 2,8 Prozent der Fälle.