Die Gruppe der deutschen Lebensversicherer, die Indexpolicen anbieten, ist im vergangenen Jahr um drei Akteure geschrumpft: Barmenia, Targo Lebensversicherung und LV 1871 stellten das Neugeschäft mit den indexgebundenen Rentenversicherungen ein, während die Bestandsverträge weitergeführt werden. Übrig bleiben damit noch 13 Anbieter:
Allianz, Axa, DÄV, Ergo, Gothaer, HDI, Nürnberger, R+V, Stuttgarter, SV Versicherung, Neue Leben, Volkswohl Bund und Württembergische.
Viele Vermittler verzichten auf Indexpolicen
Doch was sind die Gründe dafür? Hängt die Abkehr auch mit dem Image des Produkts zusammen? Schließlich gelten Indexpolicen nicht gerade als Kassenschlager. Das zeigt sich zum einen darin, dass laut einer Umfrage des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) rund die Hälfte der befragten Vermittler derzeit nicht zu Indexpolicen berät, ihren Kundinnen und Kunden also auch keine empfiehlt. Dies sei der schlechteste Wert seit Beginn dieser Erhebung, teilt das IVFP mit. Auch gegenüber procontra haben schon mehrere Makler erklärt, dass sie von Indexpolicen gar nichts halten.
Zwar konnten Indexpolicen ihre durchschnittliche Rendite im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr steigern – auch das hat das IVFP ausgewertet. Selbst die Top-Renditen einzelner Tarife blieben aber weit hinter den Jahresrenditen von Dax und Co. zurück, an deren Performance sie angelehnt sind. Dazu kommt, dass es laut IVFP in 45 Prozent der Fälle eine Rendite-Nullrunde für die Kunden gab. Ausgewertet wurden dabei die einzelnen Jahresverläufe aller Tarife seit 2007.
Vielfältige Gründe für Neugeschäfts-Stopp
Doch all diese Gründe haben, laut einer Barmenia-Gothaer-Sprecherin, keine Rolle für den Neugeschäfts-Stopp der Barmenia gespielt. Vielmehr habe man sich nach der Fusion und der damit verbundenen Bestandsübertragung der Barmenia Leben auf die Gothaer Leben auf ein gemeinsames Produktportfolio verständigt. Dabei habe das ebenfalls bereits am Markt etablierte Gothaer Produkt „GarantieRente Invest“ herausgeragt, weshalb man sich gegen die weitere Vermittlung der Barmenia-Indexpolicen entschieden habe.
Ebenfalls organisatorisch begründet man beim Talanx Konzern, zu dem die ehemalige Targo Lebensversicherung gehört, die Entscheidung. „Bedingt durch den Wegfall unseres bisherigen Kooperationspartners Targobank wird das Neugeschäft in diesem Bereich vorerst eingestellt“, antwortete eine Sprecherin auf procontra-Nachfrage. Die Vertriebskooperation mit der Targobank hatte zum 31.12.2025 geendet. Im selben Zug war die Targo Lebensversicherung AG in HDI Vorsorge Lebensversicherung AG umbenannt worden. Bereits 2024 hatte die Targobank den Vertrieb dreier Targo-Lebensversicherungstarife beendet, da es bei diesen wiederholt zu hohen Stornoquoten gekommen war. Die Indexpolicen von HDI und Neue Leben, die ebenfalls zum Talanx-Konzern gehören, bieten die Hannoveraner aber weiterhin im Neugeschäft an.
Die LV 1871 wollte unsere Nachfrage zum Neugeschäfts-Stopp ihrer Indexpolicen nicht beantworten.
Long story short
Mehrere deutsche Lebensversicherer zogen sich 2025 aus dem Neugeschäft mit Indexpolicen zurück: Barmenia, Targo Leben und LV 1871 stoppten den Vertrieb, die Bestände laufen weiter. Laut dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung berät rund die Hälfte der Vermittler nicht mehr zu Indexpolicen. Trotz leicht gestiegener Renditen blieben sie deutlich hinter Aktienindizes zurück, zudem gab es in 45 Prozent der Fälle Nullrunden. Die Anbieter hingegen nennen organisatorische Gründe für ihren Ausstieg.

