Brand im Hafen Hamburg endlich gelöscht – Regulierung könnte Monate dauern
Das Feuer mit zahlreichen Explosionen war am Montagnachmittag durch einen Brand in einer Lagerhalle im Hamburger Stadtteil Veddel ausgebrochen. Neben hohen Sachschäden durch ein Übergreifen des Feuers auf einen benachbarten Betrieb und ein Containerlager sowie durch die Explosionen auf die nahegelegene Autobahn A1 geschleuderten Trümmer kam es auch zu Personenschäden. Insgesamt sechs Menschen wurden verletzt, davon eine Person schwer und eine weitere sogar lebensbedrohlich. Mehrere Feuerwehrleute wurden bei dem kräftezehrenden Einsatz auf der Veddel zuvor verletzt.
Glutnester erschwerten die Löscharbeiten
Um die Gefahr für die Feuerwehrleute zu verringern und die Glutnester in den Containern unter Kontrolle zu bringen, wurden spezielle Löschroboter und weitere Spezialtechnik eingesetzt. In der Nacht zum Freitag war ein Feuerwehrfahrzeug noch zur Kontrolle der Brandstelle unterwegs und löschte dabei einige kleinere Glutnester. Am Freitagmorgen wurden keine weiteren Glutnester mehr entdeckt. Die Stadtreinigung begann unterdessen mit den Aufräumarbeiten im öffentlichen Bereich des Geländes, wie ein Sprecher mitteilte. Eine Polizeisprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Im Laufe des Tages werden die Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen. Erste Ergebnisse werden jedoch frühestens Mitte der nächsten Woche vorliegen, da dies nicht an einem Tag erledigt werden kann."
„Schadenhöhe wird erheblich sein“
Noch ist die genaue Brandursache nicht geklärt und damit auch die Frage, ob der Gebäudeeigentümer, der Betreiber des Lagers oder der Eigentümer der Waren verantwortlich für das Unglück und damit haftbar für seine Folgen sein könnten. Ursprünglich war der Brand von einem in der Halle abgestellten Auto ausgegangen. Klar ist laut Schadenexpertin Kristina Hendriks-Strube aber schon jetzt: Die zu erwartende immense Schadenhöhe, die Prüfung der Verantwortlichkeiten, die Frage der einzuschaltenden Versicherer, die Anzahl und Koordination der jeweils einzubindenden Personen, Versicherer, Sachverständigen etc. stellt eine enorme Herausforderung dar.
„Es müssen zeitnah die richtigen Versicherer der Geschädigten eingeschaltet werden, um die Ermittlungen zur Schadenursache und -höhe einzuleiten“, erläutert Kristina Hendriks-Strube vom Versicherungsmakler Aon. „Das sind beispielsweise die Gebäudeversicherer der Eigentümer der abgebrannten Lagerhallen sowie die Versicherer der Betreiber, die für Schäden an der Einrichtung, an Vorräten oder bei Betriebsunterbrechungen eintreten.“
Komplexe Verantwortlichkeiten erschweren Regulierung
Hendriks-Strube nennt noch weitere mögliche Beteiligte, die die Komplexität der Schadenregulierung zusätzlich erhöhen könnten: „Um festzustellen, wer welche Ansprüche gegen wen erheben kann und somit welcher Versicherer eintrittspflichtig ist, müssen auch die verschiedenen Verträge geprüft werden: Gibt es Sonderklauseln im Mietvertrag der Halle oder im Dienstleistungsvertrag des Betreibers? Durfte das Fahrzeug beispielsweise überhaupt in der Halle abgestellt werden?“
All dies sind Fragestellungen, die im Rahmen eines möglichen Regresses berücksichtigt werden müssen, so Hendriks-Strube weiter. Ein weiterer Aspekt, der zu bedenken sei: mögliche Umweltschäden durch kontaminiertes Löschwasser auf benachbarten Grundstücken oder Einsickern ins Grundwasser. „Die Ermittlung und Regulierung aller Schäden stellt eine riesige Herausforderung dar und bedarf einer gezielten Steuerung“, betont die Aon-Expertin.
Long story short:
Am Montag brach in einer Lagerhalle im Hamburger Stadtteil Veddel ein verheerender Brand mit Explosionen aus, der hohe Sachschäden an benachbarten Betrieben und einer Containerlagerfläche verursachte. Sechs Personen, darunter Feuerwehrleute, wurden verletzt, und die Brandursache ist noch unklar. Die Schadenhöhe wird als enorm eingeschätzt, und die komplexe Schadensregulierung stellt Versicherer vor große Herausforderungen. Versicherungsmakler müssen die zuständigen Versicherer schnell einbinden, um die Schadenursache zu ermitteln und die Haftung zu klären. Zudem könnten Umweltschäden durch kontaminiertes Löschwasser weitere regulatorische Hürden darstellen.