Geschäftszahlen 2025

Huk-Coburg: Mit Personalzuwachs gegen hohe Kfz-Schadenkosten

Die Huk-Coburg macht mit der Kfz-Versicherung wieder Gewinn. Auch insgesamt liefen ihre Geschäfte 2025 deutlich besser. Trotz immer mehr KI-Einsatz wollen die Franken kein Personal abbauen – im Gegenteil.

Klaus-Jürgen Heitmann

Klaus-Jürgen Heitmann, Sprecher des Vorstands der Huk-Coburg-Gruppe | Quelle: Huk-Coburg

Der Wind ist weiterhin rau in der Kfz-Versicherung. Das liegt vor allem an den hohen Preisen für Ersatzteile und Personalkosten in den Werkstätten. Zwar brachte das vergangene Jahr auch ein bisschen Entspannung in den Markt, wie Klaus-Jürgen Heitmann, Sprecher des Vorstands der Huk-Coburg-Gruppe an diesem Dienstag auf deren Bilanz-Medien-Konferenz durchblicken ließ: „Wir haben ein bisschen Glück gehabt, dass 2025 ein sehr moderates Elementarschadenjahr war.“ Doch die Entwicklung des Marktführers lässt auch vermuten, dass es mit der Kfz-Sparte bei vielen Anbietern auch längerfristig wieder aufwärts gehen kann, wenn die richtigen Stellschrauben betätigt werden.

So kam die Huk-Coburg nach zwei harten Jahren – 2023 lag die Combined Ratio bei über 110 Prozent und auch 2024 landete sie mit 101,7 Prozent in der Verlustzone – wieder ins Plus. 2025 betrug die Combined Ratio in Kfz 96,2 Prozent. Über alle Sparten hinweg konnte die Gruppe ihr Geschäftsergebnis vor Steuern von 541 auf 992 Millionen Euro steigern.

Personalzuwachs und KI-Bot

Um speziell den großen Kostenfaktor Kfz-Schäden dauerhaft in den Griff zu bekommen, wurden zwar wie überall im Markt in den letzten Jahren die Beiträge signifikant erhöht. Doch die Franken versuchen gleichzeitig auch die Kosten für Schäden zu senken, ohne dass dabei der Kundenservice leidet. Eine Option ist dabei das Netz von rund 1.800 Partnerwerkstätten. „Bereits rund 60 Prozent unserer Kfz-Versicherten hat einen Tarif mit Werkstattbindung“, sagte Komposit-Vorstand Jörg Rheinländer. Er sagte auf procontra-Nachfrage, dass in den nächsten Jahren die deutlich günstigeren Ident-Ersatzteile wahrscheinlich einen Aufwind in der Schadenregulierung erleben werden. Speziell bei Glasschäden sei deren Verwendung schon Standard. Zudem will die Huk-Coburg zeitnah einen KI-Bot für Hagelschäden einführen, um die Prozesse in diesem Bereich zu optimieren und dadurch Kosten zu sparen.

Anders als etwa die Ergo will die Huk-Coburg perspektivisch keine Arbeitsplätze abbauen und durch KI ersetzen, hieß es auf Nachfrage von Journalisten. Im vergangenen Jahr habe die Gruppe rund 200 neue Stellen geschaffen, um den Kundenservice in der Schaden- und Leistungsabteilung zu verbessern. „Wir haben eine stabile Belegschaftsperspektive“, sagte Heitmann. Natürlich werde auch KI für die Prozessoptimierung genutzt. Dies würde bei der Huk-Coburg aber nur dazu führen, dass die Belegschaft langsamer wachse als die Geschäftsentwicklung, nicht aber reduziert werde. Ab dieser Woche wollen der Arbeitgeberverband der Versicherer und die Gewerkschaft Verdi über einen neuen Tarifvertrag verhandeln, der unter anderem auch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und dessen Auswirkungen auf Arbeitsplätze in der Versicherungsbranche regeln soll.

 

Offenbar haben die in den letzten Jahren gestiegenen Prämien der Huk-Coburg die Kunden nicht abgeschreckt. Insgesamt stieg die Anzahl der versicherten Fahrzeuge um etwa 540.000 auf rund 14,5 Millionen. Allein über die Direktversicherungstochter Huk24 kamen etwa 300.000 dazu. Bei den Telematik-Tarifen stieg die Kundenzahl von 670.000 auf rund 800.000.

long story short:

Hohe Ersatzteil- und Personalkosten belasten weiter die Kfz-Versicherung, doch 2025 brachte Entspannung. Die Huk-Coburg kehrte nach Verlustjahren (Combined Ratio 2023 >110 %, 2024: 101,7 %) mit 96,2 % in die Gewinnzone zurück; Vorsteuergewinn stieg auf 992 Millionen Euro. Kostensenkung durch Partnerwerkstätten, günstigere Ersatzteile und KI. Beschäftigung bleibt stabil, Kundenzahl wächst weiter.