Die Diskussion um eine verpflichtende Elementarschadenversicherung reißt nicht ab. Um das entsprechende Gesetzesvorhaben der Bundesregierung ist es jüngst still geworden. Die Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung fiel vage aus: Man arbeite an dem Gesetz, das Opt-out-Modell werde geprüft. Die DEVK hat eine solche Angebotspflicht im Neugeschäft so wie viele andere Versicherer ohnehin bereits eingeführt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. "Bei uns müssen Kundinnen und Kunden seit 2011 die Elementardeckung bewusst abwählen, wenn sie darauf verzichten möchten", erklärt Michael Zons, der im DEVK-Vorstand.
Und wie eine repräsentative DEVK-Umfrage jetzt zeigt, steht eine deutliche Mehrheit der Deutschen hinter einer Pflichtversicherung: 62 Prozent der Befragten sprechen sich für eine solche Pflichtversicherung aus, ein Viertel ist dagegen. Unter Eigentümerinnen und Eigentümern liegt die Zustimmung sogar bei 72 Prozent.
Wohnlage realistisch eingeschätzt?
Doch zurück zur Realität: Mehr als 27 Prozent der Befragten geben an, gar nicht gegen Naturereignisse wie Starkregen versichert zu sein. Als wichtigste Gründe nennen sie, dass es in ihrer Wohnlage nicht nötig sei (41 Prozent) oder sich der Eigentümer darum kümmern solle (32 Prozent). In der Gruppe der Immobilienbesitzenden sagen immerhin 14 Prozent, dass sie keinerlei Versicherungsschutz gegen Elementarschäden hätten. Der Hauptgrund: Die Wohnlage erfordere den Schutz nicht. Das meinen hier 62 Prozent und damit die große Mehrheit. Das ist nachvollziehbar, wenn jemand zum Beispiel eine Wohnung in einem oberen Stockwerk besitzt. Dennoch unterschätzen viele das tatsächliche Risiko.
Gesamtkonzept vom GDV schon vorgelegt
"Eine nachhaltige Lösung braucht ein integriertes Gesamtkonzept", betont Michael Zons. "Dazu gehören staatliche Prävention, eine verantwortungsbewusste Bauplanung und eine fundierte Risikobetrachtung. Als DEVK analysieren wir entsprechende Daten, beraten zum Versicherungsschutz und schaffen Anreize für mehr Absicherung."
Die Umfrage zeigt: Ein verpflichtender Elementarschutz findet breite Unterstützung - jetzt braucht es ein tragfähiges Gesamtkonzept, um diese Aufgabe zu meistern. Der GDV hat dazu im Dezember 2025 bereits ein Positionspapier vorgelegt. Im Kern geht es dabei um 400.000 Wohngebäude, die in besonders risikoreichen Gebieten liegen. Diese haben häufig Probleme, Versicherungsschutz zu bezahlbaren Preisen zu erhalten.
Das vorgestellte Konzept der Versicherer sieht vor, dass die Wohngebäudeversicherer diese Risiken an „Element Re“ weitergeben können, einen eigenen Versicherer, grob vergleichbar mit dem Terror-Versicherer Extremus.
Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat vom 22.01. bis 29.01.2026 im Auftrag der DEVK 5.000 Menschen ab 18 Jahren online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sowie Menschen mit Wohneigentum. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,5 %.




