Lebensversicherung
Wieder erstarkte Viridium Gruppe hofft auf neue Run-offs

Deutschlands größter Abwickler für geschlossene Lebensversicherungsbestände hofft darauf, bald die nächste Transaktion verkünden zu können. Es sei nicht die Frage, ob, sondern wann es die nächste geben wird, betonte Viridium-Chef Tilo Dresig an diesem Donnerstag. Durch den fragmentierten Markt an Lebensversicherern in Deutschland ergebe sich viel Potenzial, da diese durch den Verkauf von Altbeständen Kapital und Managementkapazitäten freisetzen und ihre Komplexität reduzieren könnten. In der Folge könnten sie sich mehr auf ihr Neugeschäft konzentrieren. „Wir führen eine Reihe sehr relevanter Gespräche. Das Momentum ist da und stimmt uns sehr optimistisch – aber es handelt sich um umfassende strategische Prozesse, die Zeit brauchen“, sagt Dresig.
Noch vor zwei bis drei Jahren sah es für die Viridium Gruppe aus Neu-Isenburg nahe Frankfurt am Main deutlich schwieriger aus. Die BaFin hatte sich gegen den nächsten großen externen Run-off-Deal mit der Zurich gestellt. Schuld dran war das Verhalten des damaligen Virdium-Eigners Cinven. Nachdem dieser bei der Pleite seines italienischen Lebensversicherers Eurovita weniger Engagement als erwartet für dessen Rettung gezeigt hatte, schrillten hierzulande die Alarmglocken mit Blick auf weitere Bestandskäufe. Doch im vergangenen Jahr konnte eine neue Eigentümerstruktur festgezurrt werden, unter anderem mit der Allianz.
Man sei finanziell gut aufgestellt, so Dresig, zu dessen Gruppe die vier Lebensversicherungsunternehmen Heidelberger Leben, Skandia, Entis und Proxalto gehören. Die Überschussbeteiligung und die Stornoquote seien im Marktdurchschnitt auf einem guten Niveau. Mit der eigenen IT-Plattform inklusive der Beschäftigten, in die man bisher etwa 750 Millionen Euro investiert habe, könnten erhebliche Skaleneffekte erzielt werden.
Ob diese Investitionen sowie die neue Eigentümerstruktur auch wirklich bald die nächsten Deals ermöglichen können, muss sich aber erst noch zeigen.
Viridium erwartet bald neue Run-off-Deals und sieht großes Potenzial im fragmentierten Lebensversicherungsmarkt. Verkäufe von Altbeständen schaffen Kapital und Fokus aufs Neugeschäft. Nach früheren BaFin-Bedenken (u.a. wegen Cinven/Eurovita) stabilisierte eine neue Eigentümerstruktur mit Allianz die Lage. Viridium sieht sich finanziell gut aufgestellt und setzt auf Skaleneffekte durch IT-Investitionen – ob dies bald zu neuen Transaktionen führt, bleibt abzuwarten.
