Zweites Halbjahr 2025

Fonds-Nachfrage: Wenig Neugeschäft mit Nachhaltigkeit

ESG-Fonds werden zwar gehalten, aber weniger nachgefragt. Das zeigt die Statistik zum zweiten Halbjahr 2025 des Fondsverbands BVI. Auch unter Vermittlern sind sie nicht besonders beliebt.

Windräder

ESG-Fonds erzielten im zweiten Halbjahr 2025 weniger Neugeschäft. | Quelle: SimonSkafar

Der Markt für nachhaltige Fonds in Deutschland zeigte zum Jahresende 2025, laut dem Fondsverband BVI, ein Spannungsfeld: Zwar bestand mit rund 1.250 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen in Artikel-8- und -9-Fonds insgesamt ein stabiles Volumen – die Mittelzuflüsse waren aber relativ schwach.

Spezialfonds legten um 2,8 Prozent auf 480 Milliarden Euro und Publikumsfonds um 3,6 Prozent auf 773 Milliarden Euro zu, dieses Plus stammt aber zum Großteil aus positiven Marktentwicklungen – nicht aus frischem Kapital. Im Neugeschäft setzt sich die Schwäche fort: Publikumsfonds verzeichneten Abflüsse von 6,2 Milliarden Euro, Spezialfonds lediglich Zuflüsse von 7,8 Milliarden Euro. Konventionelle Fonds hingegen kamen im selben Zeitraum jeweils auf rund 45 Milliarden Euro Nettozuflüsse – ein deutlicher Kontrast.

SFDR sorgt für Reibung

Als zentrale Ursache gilt, laut BVI,neben veränderten Anlegerprioritäten vor allem die EU-Regulierung. Die SFDR-Kategorien würden im Markt faktisch als Produktlabels genutzt, obwohl sie primär Transparenz schaffen sollten. Unterschiedliche Interpretationen durch Aufsichtsbehörden sowie steigende Komplexität im Vertrieb und Reporting führen zu Unsicherheit.

Auch Vermittler forcieren Geldanlagen mit ESG-Fokus weniger. Das ergab kürzlich eine Umfrage des Vermittlerverbands AfW. Bei der Auswahl von Versicherungsprodukten gewinnen nachhaltige Produkte indes an Bedeutung.