Finanztip-Auswertung

Minus 18 Prozent: Börse straft Offene Immobilienfonds ab

Die Börse Stuttgart bietet OIF-Anlegern derzeit fast ein Fünftel weniger für ihre Anteile, sagt eine Auswertung von 20 Fonds. Verbraucherschützer sprechen von einem klaren „Misstrauensvotum“.

Bürogebäude

Offene Immobilienfonds investieren überwiegend in Büro- und Gewerbeimmobilien. | Quelle: Ilari Nackel

Die Börse Stuttgart bietet Anlegern derzeit im Durchschnitt einen um 18 Prozent geringeren Preis für ihre Anteile an Offenen Immobilienfonds (OIF) als die Fondsgesellschaften selbst an offiziellen Rücknahmepreisen ausweisen. Das hat das Verbraucherinformationsportal Finanztip durch einen Vergleich der Rücknahmepreise von 20 OIF mit den Börsenpreisen am 9. Februar ermittelt.

„Die hohen Abschläge sind ein klares Misstrauensvotum der Börse“, sagt Timo Halbe, Geldanlage-Experte bei Finanztip. Laut der Untersuchung verwalten die 20 Fonds ein Vermögen von rund 96 Milliarden Euro. Auf Basis der aktuellen Börsenkurse liege ihre Marktbewertung aber knapp zehn Milliarden Euro darunter, rechnet das Portal.

Anleger entziehen OIFs viel Geld

Hintergrund der Analyse ist die teils angespannte Lage bei einigen OIF aufgrund von gesunkenen Immobilienbewertungen. Die Anleger haben der Branche zuletzt relativ viel Geld entzogen. Laut Finanztip allein im vergangenen Jahr rund 10 Milliarden Euro gegenüber Mittelzuflüssen von 2,7 Milliarden Euro. Dass aber noch mehr OIF wie zuletzt der „WohnSelect D“ des Anbieters Wertgrund die Anteilsrücknahme aussetzt, wird von Experten als eher unwahrscheinlich angesehen.

Kommt es zu einem solchen Rücknahmestopp, kommen Anleger erst einmal nicht an ihr Geld. Wollen sie ihre Anteile dennoch so schnell wie möglich verkaufen, bleibt ihnen der Weg über die Börsenpreise.