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Das sind die teuersten Versicherer aus Kundensicht

Vor allem große, bekannte Versicherungsmarken werden von Verbrauchern als „eher teuer“ wahrgenommen. Warum das für sie aber vielmehr einen Vorteil als ein Manko darstellt, zeigt eine Analyse von Heute & Morgen.

Preisbarometer

Manche Versicherer werden von Verbrauchern als deutlich teurer wahrgenommen als andere. Als negativ zu verstehen ist dieser Stempel allerdings nicht. | Quelle: mattjeacock

Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen die Allianz als besonders hochpreisig wahr. Sie führt dabei ein Ranking aus 23 großen Versicherungsmarken an, gefolgt von Zurich, Generali, Provinzial und der Versicherungskammer Bayern auf den Plätzen zwei bis fünf.

Das geht aus dem „Markenmonitor Assekuranz 2026“ des Marktforschungsunternehmens Heute & Morgen hervor. Dafür wurden 3.636 Versicherungsentscheider im Alter von 18 bis 70 Jahren aus deutschen Haushalten befragt, welche Anbieter sie als „eher teuer“ und „eher günstig“ einschätzen. Im Bereich „eher günstig“ wurden dabei sogar nur vier Versicherer verortet: Huk24, Cosmosdirekt, Huk-Coburg und VHV – in absteigender Reihenfolge.

Teuer heißt nicht schlecht

Allerdings stellt heute & Morgen klar, dass eine Einordnung als „eher teuer“ nicht bedeutet, dass der Versicherer minderwertige Leistungen zu überhöhten Preisen anbietet. „Die Allianz steht dabei exemplarisch für eine funktionierende Premiumpositionierung: Die Versicherungskunden nehmen den Marktführer mit Abstand am häufigsten als teuersten Anbieter wahr – und genau das wird häufig als Signal für Qualität und Sicherheit interpretiert“, heißt es in einer Kommentierung der Studienautoren.

Vertiefende Analysen von Heute & Morgen würden zeigen, dass vor allem große und bekannte Versicherer mit umfangreichen Vertriebsstrukturen teurer wirken würden. Die Befragten würden dies aber nicht aufgrund eines konkreten Tarifvergleichs so wahrnehmen, sondern als konsistentes Gesamtbild der Marke. Umgekehrt würden Direktversicherer aufgrund digitaler und schlanker Strukturen als günstiger eingeordnet.

Positionierung für Versicherer wichtig

Aufgrund der sehr großen Marktanteile der Allianz in allen Sparten ist auch klar, dass ihr „Teuer“-Image ihr, zumindest bislang, nicht zum Verhängnis geworden ist. Heute & Morgen erklärt dies mit Positionierungen einzelner Versicherer in einem klaren Nutzungskontext: etwa als besonders günstiger Anbieter, als Premiumlösung oder als Spezialist für bestimmte Bedürfnisse.

Wer in der Kundenwahrnehmung weniger klar positioniert ist, wirkt im Wettbewerb konturlos und austauschbar – und wird es in Zukunft sogar noch schwerer haben, glauben die Analysten. Denn mit zunehmender Nutzung von KI bei der Informationssuche sei davon auszugehen, dass Kunden häufiger konkrete Anbieterempfehlungen erhalten werden. „Tendenziell werden dabei Marken bevorzugt, die sich einem klaren Nutzungskontext zuordnen lassen“, erwarten die Studienautoren.

So sind manche Versicherungsmarken bei der jungen Kundengruppe bis 25 Jahre bereits heute deutlich weniger bekannt als bei den älteren. Dazu zählen beispielsweise HDI und Signal Iduna, die bei der Frage nach teuer oder günstig im Mittelfeld landeten. Die Allianz hingegen kennen fast alle Befragten, unabhängig vom Alter.

long story short:

Die Studie „Markenmonitor Assekuranz 2026“ (3.636 Befragte) zeigt: Allianz wird als teuerster Versicherer wahrgenommen, vor Zurich, Generali, Provinzial und Versicherungskammer Bayern. Als günstig gelten nur Huk24, Cosmosdirekt, Huk-Coburg und VHV. „Teuer“ wird oft als Qualitäts- und Sicherheitssignal interpretiert. Große Marken wirken wegen Struktur teurer, Direktversicherer günstiger. Klare Positionierung ist entscheidend; unklare Marken verlieren im Wettbewerb, besonders mit zunehmender KI-Nutzung.