Maklerservice: Digitalisierung ganz oben auf Wunschliste

Die Digitalisierung erfasst zunehmend den Beratungsprozess. Dennoch wünschen sich Makler auch von Versicherern den persönlichen Service. Die wichtigsten Wünsche und den Erfüllungsstand in Sachen Digitalisierung benennen neue Umfragen und Studien.

Für Makler sind Versicherer mehr als nur Produktgeber. Als Service erwarten Makler von den Maklerbetreuern vor allem gute Erreichbarkeit, sagen 79,6 Prozent der Vermittler. Schnelle Rückmeldungen auf Nachfragen sind ebenfalls essentiell (74 Prozent). Erst an dritter und vierter Stelle kommen die allgemeine Kompetenz der Mitarbeiter (66,1 Prozent) und speziell die der Maklerbetreuer (61,4 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

Das sind die Ergebnisse der procontra-Umfrage „Maklers Lieblinge 2021“, an der insgesamt 1.022 Personen teilgenommen haben, davon sind 91,6 Prozent Makler oder Mehrfachagenten. Bei der Wahl zum Versicherer mit der besten Maklerbetreuung haben 666 Teilnehmer abgestimmt, die sich jeweils nur für ein Unternehmen entscheiden durften. Ergebnis: Der Volkswohl Bund gewinnt mit 10,4 Prozent der Stimmen, gefolgt von Allianz und Haftpflichtkasse (je 7,1 Prozent), VHV (86,3 Prozent) und Bayerische (5,7 Prozent).

Bei Maklern kommt es sehr gut an, wenn sie eine hohe fachliche Kompetenz ihrer Ansprechpartner bei den Gesellschaften feststellen. Auch deren Courtagegestaltung und der Umgang mit Problemfällen und Beschwerden sind von großer Bedeutung. Das sind die Ergebnisse der Studie „Maklerservice 2021“ der BBG Betriebsberatung, an der sich 505 Makler und Mehrfachagenten beteiligt haben. Innerhalb der Studie wurde der Service in vier Bereichen nach zwölf Leistungskriterien gemessen.

Die Anbieter mit dem besten Service

Die Studie weist die jeweiligen Top-3-Versicherer beim Service aus Maklersicht aus – mit einigen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Das sind:

Laut Studie ist für Vermittler auch die Digitalisierung wichtig (Rang 6), aber reibungslose Prozesse und Tools werden inzwischen als Standard erwartet und das persönliche Engagement gibt daher für die Maklerbewertung oft den Ausschlag. Makler arbeiten im Schnitt mit 2,8 Maklerbetreuern regelmäßig zusammen, zu denen mindestens zwölfmal im Jahr persönlicher Kontakt bestand (2020: 3,0). Die Spanne ist jedoch riesig. 30 Prozent haben keinerlei Kontakt zu Maklerbetreuern, während ebenso viele regelmäßig mit Maklerbetreuern von zwei bis drei Gesellschaften persönlich Kontakt haben.

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Mehr Digitalisierung in der bAV

Den wachsenden Einfluss der Digitalisierung (Vorjahr: Rang 9) fordern Makler zunehmend ein. Beispiel bAV: Gerade Klein- und Mittelbetriebe (KMU) erwarten von ihren Beratern weitgehend digitale Lösungen. Laut der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2021“ von Generali Deutschland und FAZ Business Media unter 200 Personalverantwortlichen mit der Zuständigkeit für die bAV aus deutschen mittelständischen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern wird die digitale Vertragsauskunft am häufigsten nachgefragt, sagen 50 Prozent der Befragten.

Dahinter folgen die digitale Administration beim Vertragsabschluss und in der Leistungsphase (44 Prozent) und digitale Beratungsprozesse (43 Prozent). Die Nutzung von Portallösungen, zu denen auch digitale Vorsorgerechner zählen, und digitale Servicedienstleistungen wie etwa digitale Unterschriften sprechen je 41 Prozent der Befragten an.

Sicherheit contra Rendite

Firmen wünschen sich vor allem, ihre bAV einfach und effizient zu verwalten, sagen laut Studie 92 Prozent der Befragten. Wobei die Digitalisierung Maklern allerdings nicht hilft, ist, ihre Firmenkunden und deren Arbeitnehmer von den nachhaltig passenden Produkten zu überzeugen. Trotz Dauerniedrigzins ist für die bAV-Entscheider bei der Auswahl von Altersvorsorgeprodukten eine sichere Kapitalanlage (ist für 96 Prozent sehr wichtig beziehungsweise wichtig) am relevantesten. Das beißt sich inhaltlich mit den Erwartungen an eine hohe Rendite (ist für 85 Prozent sehr wichtig beziehungsweise wichtig).

Die Produktgeber sind dagegen umgeschwenkt. Wo möglich, verabschieden sie sich von Garantieprodukten. Gleichwohl unterstreicht die bAV-Mittelstandsstudie, dass für viele Arbeitnehmer garantierte Rentenleistungen nach wie vor das Maß aller Dinge sind.

Noch viel Überzeugungsarbeit für Abkehr von Garantien nötig

Die bAV-Entscheider im Mittelstand sehen die Bereitschaft der Arbeitnehmer, in den nächsten fünf Jahren auf Garantien zugunsten der Rendite zu verzichten, skeptisch: 55 Prozent der Befragten schätzen, dass lediglich maximal zehn Prozent der Beschäftigten bAV-Produkte ohne Garantien nutzen wollen (2019: 58 Prozent).

Weitere 24 Prozent gehen von einem Potenzial zwischen elf und 25 Prozent ihrer Belegschaft aus, die in näherer Zukunft garantiefreie Vorsorgeprodukte akzeptieren würden.

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