procontra-Produktcheck

Was taugt der Firmen-Rechtsschutz „Creator-Cover" von Breach Bunny?

Dieses Mal im procontra-Produktcheck: ein Rechtsschutz für Creator. Mit dem Creator-Cover von Breach Bunny und der Allianz im Hintergrund richtet sich ein spezialisierter Tarif gezielt an Content-Creator und digitale Selbstständige. Der procontra-Produktcheck zeigt, welche Risiken sinnvoll abgedeckt sind, wo klare Grenzen liegen – und für wen sich das Konzept wirklich eignet.

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Versicherungsmakler Oliver Mest nimmt für procontra die Tariflandschaft unter die Lupe. | Quelle: procontra

Der Markt für Content-Creator, Freelancer und digitale Unternehmer wächst – ebenso die rechtlichen Risiken rund um Urheberrecht, Marken, Wettbewerbsrecht und Datenschutz. Klassische Firmenrechtsschutz-Tarife greifen in diesem speziellen Segment oftmals zu kurz. Deswegen positioniert sich Breach Bunny mit der Allianz im Hintergrund und dem „Creator-Cover“ als spezialisiertes Rechtsschutzkonzept für selbstständige Creator, das bewusst nicht „alles“ absichern will, sondern zentrale Risiken dieser Zielgruppe adressiert. Spannend? Der Produktcheck zeigt es.

Was steckt im Produkt?

Das Creator-Cover ist ein Firmen-Rechtsschutz für selbstständige Content-Creator, Freiberufler und kleine Unternehmen. Versichert ist die im Versicherungsschein benannte selbstständige Tätigkeit des Versicherungsnehmers, inklusive der im Betrieb beschäftigten Personen in Ausübung ihrer Tätigkeit.

Abgedeckt sind unter anderem:

●      Schadenersatz-Rechtsschutz (nur aktive Geltendmachung, nicht Abwehr)

●      Steuer-Rechtsschutz vor deutschen Finanz- und Verwaltungsgerichten

●      Daten-Rechtsschutz

●      Strafrechtsschutz in begrenztem Umfang

●      Antidiskriminierungs-Rechtsschutz (AGG)

●      Erweiterter Schutz für Wettbewerbs-, Urheber-, Marken- und verwandte Schutzrechte.

Der Schutz ist ab 14,78 Euro monatlich erhältlich und richtet sich nach der Anzahl der Mitarbeiter und Inhaber und nach dem Jahresumsatz sowie der individuellen Ausgestaltung des Schutzes. Der Schutz kann modular erweitert werden: im Rechtsschutz um Vertrags- und Strafrechtsschutz, darüber hinaus sind Forderungsausfallschutz und ein Hardware-Schutz ergänzend erhältlich. 

Die Stärken

Positiv fällt auf, dass das Produkt explizit Risiken adressiert, die im Alltag von Creatorn realistisch sind: Abmahnungen wegen Wettbewerbsverstößen, urheberrechtliche Streitigkeiten oder Vorwürfe aus dem Datenschutzrecht. Klassische Firmenrechtsschutz-Tarife passen hier nicht, wie auch Maxine Adams von Breach Bunny betont: „Creator fallen durchs Raster klassischer Versicherungen, weil sie weder klassische Freiberufler noch klassische Gewerbetreibende sind. Sie sind hybrid, digital, international unterwegs – und genau dafür haben wir das Creator Cover entwickelt.“

Für Wettbewerbs-, Urheber-, Patent-, Marken-, Geschmacksmuster- und Gebrauchsmusterrecht besteht Rechtsschutz zur Abwehr von Ansprüchen oder Abmahnungen.

Der Daten-Rechtsschutz umfasst sowohl die gerichtliche Abwehr von DSGVO-Ansprüchen (Auskunft, Löschung etc.) als auch die Verteidigung bei Ordnungswidrigkeiten oder Strafverfahren. Das ist für digital arbeitende Selbstständige ein relevanter Mehrwert. Unabhängig davon, ob ein Fall versichert ist oder nicht, besteht Anspruch auf eine telefonische Erstberatung (bis 250 Euro je Beratung). Gerade für Soloselbstständige ist das im Alltag oft hilfreicher als ein rein leistungsbezogener Rechtsschutz.

Die Schwächen

Ein zentraler Punkt: Die Abwehr von Schadenersatzansprüchen ist bis auf Vertragsverletzungen ausgeschlossen. Wer also selbst wegen angeblicher Pflichtverletzungen, fehlerhafter Inhalte oder wirtschaftlicher Schäden in Anspruch genommen wird, ist hier nicht abgesichert. Diese Fälle gehören in die betriebliche Haftpflicht – das muss in der Beratung sehr klar getrennt werden. Nicht versichert ist auch die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen, die auf Löschung von im Internet abrufbaren Tatsachenbehauptungen oder Meinungsäußerungen gerichtet sind.

Für einige Leistungsarten wie Schadenersatz- sowie Steuerrecht gilt eine Wartezeit von drei Monaten. Das Produkt eignet sich damit ausdrücklich nicht zur Absicherung bereits schwelender oder absehbarer Konflikte. Die Jahreshöchstgrenze von 10.000 Euro für Wettbewerbs-, Urheber- und Markenrecht ist marktüblich, aber knapp bemessen. Schon ein einzelnes Gerichtsverfahren kann diese Grenze erreichen.  Für viele typische Abmahnfälle im Creator-Umfeld kann das ausreichend sein – für komplexe oder eskalierende Streitigkeiten jedoch nicht.

Arbeitsrechtliche Streitigkeiten in der Rolle als Arbeitgeber, Verkehrsrecht sowie Immobilienrechtsschutz sind explizit ausgeschlossen. Das ist konzeptionell sauber, muss aber klar kommuniziert werden, um falsche Erwartungen zu vermeiden. Vorsicht auch bei der häufigen Inanspruchnahme der telefonischen Erstberatung. Nach sechs Beratungen in zwölf Monaten kann der Versicherer kündigen.

Für wen ist das Produkt geeignet?

Das Produkt eignet sich für Soloselbstständige, Content-Creator, kleine Creator-Teams und Agenturen, Freelancer mit stark digitalem Geschäftsmodell sowie Selbstständige mit regelmäßigem Kontakt zu Plattformen, Kunden und Abmahnthemen. Maxine Adams von BreachBunny bringt es auf den Punkt: „Was diese Zielgruppe verbindet: Sie alle generieren Einkommen aus digitaler Content-Creation, sie alle haben Technik-Equipment im Wert von mehreren tausend Euro zu Hause, und sie alle bewegen sich in einem rechtlichen und digitalen Raum, der komplex ist – Copyright, Markenrecht, Datenschutz, Cyber-Risiken. Gleichzeitig haben sie null Bock auf Papierkram, Versicherungsdeutsch und Call-Center-Hotlines.“

Breach Bunny richtet sich an Content-Creator zwischen 18 und 34 Jahren, die auf Plattformen wie YouTube, Twitch, Instagram oder TikTok aktiv sind. Dabei ist die Art der Tätigkeit egal, wie Breach Bunny betont: es können Gaming-Streamer sein, Beauty- und Fashion-Creator, Fitness-Influencer, aber auch Menschen, die auf Discord Communitys aufbauen oder als Cosplayer Auftragsprojekte umsetzen.

Was ist in der Beratung zu beachten?

Breach Bunny bietet den direkten Online-Abschluss für die Produkte an. Makler und Vermittler können sich an Breach Bunny wenden, wenn eine Zusammenarbeit gewünscht und sinnvoll ist. Wichtig für die eigenen Kunden: Der Creator-Cover ist kein Rundum-Firmenrechtsschutz, sondern ein spezialisierter Basistarif für typische Creator-Risiken. Und er ist kein Vollkaskoschutz, sondern es bedarf einer ganzheitlichen Risikoanalyse.

Das Fazit

Der Creator-Cover von BreachBunny ist ein spitz positionierter Spezial-Rechtsschutz für Content-Creator mit klarer Zielgruppe und nachvollziehbarem Leistungsumfang, der um weitere Bausteine ergänzt werden kann. Die Stärken liegen in der Fokussierung auf digitale Risiken, Datenschutz und Abmahnungen – die Schwächen in den bewusst gesetzten Grenzen bei Schadenersatzabwehr und Leistungshöhen.

Bewertung: 7 von 10 Sternen – klar positionierter Spezial-Rechtsschutz mit Grenzen