Naturgefahren
Milliardenschäden durch schwere konvektive Stürme

Sogenannte schwere konvektive Stürme (SCS) haben sich zum größten Treiber im Bereich Naturgefahren entwickelt. Das geht aus einer Analyse von Allianz Commercial hervor. Über 60 Milliarden US-Dollar versicherte Schäden sollen diese demnach allein 2025 weltweit verursacht haben und insgesamt über 200 Milliarden US-Dollar zwischen 2023 und 2025.
SCS entstehen durch extreme und schnell wechselnde Wetterbedingungen und werden, laut der Forschung, vom Klimawandel zusätzlich angetrieben. Der Analyse zufolge werden sie vor allem in den USA verzeichnet. Anders als die dort typischen Tornados lassen sich SCS aber nicht lange vorhersagen. Sie treten relativ plötzlich auf, was den Schutz vor ihnen, zum Beispiel durch Abdeckungen, Befestigungen und Einlagerungen von Gegenständen erschwert. Zudem würden sie oft mit schwerem Hagel einhergehen, der den Großteil der Schäden verursache.
Durch die allgemeine Inflation sowie immer hochwertigere Bauteile an Häusern und Autos, zum Beispiel durch Smart-Technologie und Photovoltaikanlagen, sind die durchschnittlichen Schadenkosten in den letzten Jahren weltweit stark gestiegen. Laut Willis Re kosten beispielsweise Dachsanierungen heute 250 Prozent mehr als im Jahr 2000. Lieferengpässe würden den Trend noch verstärken.
Um dem Risiko weltweit Herr zu werden, wollen die Sachversicherer zunehmend KI einsetzen, auch im Gewerbebereich. „Ein daten- und KI-gesteuerter Ansatz für Risikomanagement ist die Zukunft und wird für Unternehmen unerlässlich sein, die in einem zunehmend volatilen Klima erfolgreich sein wollen", so Michael Bruch, Global Head of Risk Advisory Consulting Services bei Allianz Commercial.
Ein entscheidender Faktor wird dabei die Zeit sein. So erhofft man sich von der KI, durch intelligentere, evidenzbasierte Resilienzstrategien schneller die richtigen Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, als es durch die Berechnung historischer Normen der Fall ist. Denn diese ändern sich offenbar zusehends.
