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4 Rechtsschutz-Tarife überzeugen im Franke und Bornberg-Test

Rechtsschutzversicherungen erfreuen sich nicht zuletzt dank "Diesel-Gate" einer steigenden Beliebtheit. Welche Tarife qualitativ zu überzeugen wissen, hat nun das Ratinghaus Franke und Bornberg untersucht.

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14:06 Uhr | 05. Juni | 2023
Rechtsschutz

Nur zwei Versicherer konnten die Prüfer von Franke und Bornberg vollends überzeugen.

| Quelle: Rudzhan Nagiev

Rechtsschutzversicherungen erfreuen sich seit Jahren einer konstanten Beliebtheit seitens der Kunden. Das Neugeschäft verläuft aus Sicht der Versicherer erfreulich, laut GDV stieg die Zahl der Verträge im vergangenen Jahr um ein Prozent bzw. 200.000 Verträge auf 23,6 Millionen.

Und obwohl die Versicherer mit dem sogenannten Diesel-Skandal das teuerste Schadenereignis ihrer Geschichte erleben, wächst das Angebot der am Markt verfügbaren Tarife. So untersuchte das Ratinghaus Franke und Bornberg in diesem Jahr insgesamt 112 Rechtsschutz-Tarife mit einem Leistungsumfang Privat, Beruf, Verkehr und Wohnen – das sind 29 Prozent mehr als noch 2021. Durch Tarifvarianten und zusätzlich versicherbare Einschlüsse kommt man insgesamt auf 311 Tarifvariationen von 40 Anbietern.

Qualitativ geht es aufwärts

Auch qualitativ hat sich seit dem letzten Jahr einiges getan. Während die Höchstnote FFF+ weiterhin nur für Tarife von zwei Versicherern (Arag und Roland) vergeben wurden, wuchs die Zahl der mit FFF ausgezeichneten Tarife deutlich an. Von 21 Prozent im Jahr 2021 auf nun 43 bzw. 44 Prozent (Rechtsschutz für Familien/ Rechtsschutz für Singles).

„Privater Rechtsschutz ist 2023 gut in Form. Verbraucher können mittlerweile aus einem großen Angebot leistungsfähiger Tarife wählen“, kommentierte Franke-und-Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke erfreut das Ergebnis, mahnte aber zugleich: „Jedoch können sich Verbraucher nicht in Sicherheit wiegen: Es existieren auch schwache Tarife am Markt, die über ein F+, also ausreichend, nicht hinauskommen.“

Beim Rechtsschutz für Familien – hier werden neben dem Versicherungsnehmer auch dessen Partner/Partnerin sowie die Kinder mitversichert – erhielten jedoch jeweils nur ein Tarif die schlechteste bzw. zweitschlechteste Bewertung. Auch beim Rechtsschutz für Singles ist die Zahl der Tarife, die komplett durchs Rating fielen, sehr gering. Nur ein Tarif erhielt ein F-, vier Tarife wurden mit einem F abgeurteilt. Der Großteil der Tarife landete im Mittelfeld. Die Rating-Systematik können Sie hier nachlesen.

Mit der jeweils höchsten Note ausgezeichnet wurden die folgenden Tarife:

  • Arag: Aktiv-Rechtsschutz Premium inkl. Baustein ARAG JuraCheck PLUS

  • Arag: Arag Recht&Heim Premium inkl. Baustein ARAG JuraCheck PLUS

  • Roland: Rechtsschutz inkl. Bausteine Plus-Baustein Privat und JurWay Privat

  • Roland: Premium (Online-Tarif) inkl. Baustein JurWay Privat (nur in der Kategorie Single)

Beim Thema Innovationsreichtum scheinen sich die Versicherer zuletzt offenbar eine Auszeit genommen zu haben. Konnten sie in den vergangenen Jahren mit besserem Schutz im Internet, vorsorglichen Rechtsberatungen und weiteren Leistungen in Familienangelegenheiten Akzente setzen, blieben Innovationen laut Franke zuletzt aus. Das Innovationspotenzial sieht Franke allerdings noch nicht ausgeschöpft. Vor allem beim Thema Nachhaltigkeit gebe es noch viel Luft nach oben.

Mehr Transparenz in den Bedingungen

„Einen Baum zu pflanzen, macht noch keinen nachhaltigen Rechtsschutz-Tarif. Prävention hingegen ist immer nachhaltig. Sie spart Zeit, Geld, Nerven und Ressourcen. Künstliche Intelligenz und Chatbots bieten völlig neue Ansätze zur Prävention. Ich bin davon überzeugt, dass einige Gesellschaften die Chancen schnell nutzen werden“, so Franke.

Zudem formulierte er den Wunsch, dass die Versicherer ihre Leistungen, aber eben auch ihre Ausschlüsse und Fristen, transparenter darstellen. Vor allem Risikoausschlüsse bei Kapitalanlagen beschäftigten den Versicherungs-Ombudsmann im vergangenen Jahr vermehrt, wie dieser in seinem aktuellen Jahresbericht festhält.

Die Rating-Ergebnisse sind hier nachzulesen.