AfW-Vermittlerbarometer

Makler sehen sich durch Künstliche Intelligenz nicht bedroht

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Doch bedroht sie auch das Geschäftsmodell des Versicherungsvermittlers? Diese geben sich im Hinblick auf diese Frage bislang sehr entspannt.

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15:12 Uhr | 13. Dezember | 2023
Künstliche Intelligenz

Nur wenige Vermittler sehen ihre berufliche Zukunft durch die Künstliche Intelligenz derzeit bedroht.

| Quelle: Michael Tullberg / Kontributor

Die Künstliche Intelligenz hält – wenn auch noch zögerlich – Einzug in den Alltag der Versicherungsmakler. Dies war ein Ergebnis des 16. AfW-Vermittlerbarometers, das der Vermittlerverband zuletzt präsentierte.

In einer weiteren Auskopplung ging der AfW nun der Frage nach, ob Versicherungsvermittler durch die KI ihr Geschäftsmodell in Gefahr sehen. „Schon in naher Zukunft könnten Anwendungen der Künstlichen Intelligenz wie zum Beispiel Chatbots den Versicherungsvertreter überflüssig machen“, schrieb vor zwei Jahren das Manager Magazins. Doch ist das auch eine Befürchtung, die innerhalb der Branche geteilt wird?

Die eindeutige Antwort: nein. Ein Großteil der 1.108 Befragten glaubt nicht daran, dass dieser Fall jemals eintreten könnte. Gerade einmal acht Prozent erklärten, hierin eine konkrete Gefahr zu sehen, der Rest (25 Prozent) ist sich unschlüssig.

Vermittlerschaft noch gelassen

„Es scheint so, als wäre die Vermittlerschaft derzeit noch gelassen, was das Aufkommen der Künstlichen Intelligenz für ihren Beruf bedeutet“, deutete AfW-Vorstand Frank Rottenbacher, das Ergebnis. Allerdings liege das wohl auch daran, dass es derzeit noch nicht absehbar sei, wie gut und vor allem wie schnell KI-Tools Dienstleistungen gegenüber dem Kunden unterstützen oder gar ersetzen können.

„Die Vermittlerschaft ist mal wieder in ihrem Unternehmertum gefordert, um schnell auf Veränderungen durch die KI zu reagieren und um ihre jeweiligen Dienstleistungen positionieren zu können“, mahnt Rottenbacher, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Der AfW fragte auch nach, was Vermittler noch an der KI zweifeln lässt. Hier nannten knapp 60 Prozent der Befragten deren Fehleranfälligkeit. Dass Künstliche Intelligenz ein Zuverlässigkeitsproblem hat, ist hinlänglich bekannt. Die Rede ist von sogenannten Halluzinationen. Oder übersetzt: KI-Chatbots neigen dazu, hin und wieder absoluten Unfug zu erzählen.

Gründe für KI-Skepsis

Ob sich dieses Problem abstellen lässt, bleibt abzuwarten. Sam Altman, Chef des Chat-GPT-Konzerns OpenAI, geht davon aus, dass das Problem in zwei oder drei Jahren gelöst sein wird. Andere Experten kontern indes, dass das Problem niemals endgültig zu lösen sei.

Weitere Argumente gegen einen KI-Einsatz sind aus Vermittlersicht zudem Kontrollverlust (50,65 Prozent), Datenschutz-Bedenken (43,65) und eine zu hohe Komplexität (40,8). Zu hohe Kosten spielen indes nur für knapp zwölf Prozent eine Rolle.

Bedenken gegen KI

Alles in allem haben viele Vermittler – zumindest die befragten – noch keine klare Meinung zum Thema Künstliche Intelligenz. Dies dürfte sich in den kommenden Jahren jedoch höchstwahrscheinlich ändern.