MMM 2026

Gute oder schlechte Nachricht für Makler? 2030 wird KI Standard sein

Fonds-Finanz-Vertriebschef Rocco Strauß skizziert auf der MMM 2026, wie sich Beratung und Vertrieb bis 2030 verändern werden. Während KI Routineaufgaben übernimmt und Prozesse beschleunigt, müssen weniger Vermittler künftig mehr Kunden betreuen. Warum Spezialisierung und persönliche Beratung sich durchsetzen, und welche Rolle Tools wie „PWX“ dabei spielen.

Rocco Strauß

Der Gesamtvertriebschef von Fonds Finanz Rocco Strauß wirft einen Blick in die Zukunft des Versicherungsvertriebs. | Quelle: procontra

Spätestens bis 2030, wahrscheinlich aber schon früher, wird KI – auch im Maklerbüro – zum Standard avancieren. Davon ist Rocco Strauß, Vertriebschef der Fonds Finanz, überzeugt. In seinem Vortrag auf der MMM 2026 der Fonds Finanz in München beschreibt er, worauf es aus seiner Sicht künftig für Versicherungsmakler im Vertrieb ankommt. So viel vorweg: Arbeitslos werden sie seiner Ansicht nach nicht.

Denn die Bestände wachsen: Im Durchschnitt sind Versicherungsmakler im Jahr 2026 55 Jahre alt – das bedeutet, dass die Hälfte der Makler in Deutschland bereits älter als 55 ist und sich mit großen Schritten dem Ruhestand nähert. Hinzu kommt, dass der Versicherungsmarkt in Deutschland weiterhin wächst. Künftig werden deutlich weniger Makler deutlich größere Bestände betreuen (müssen) – und mithilfe von Künstlicher Intelligenz vermutlich auch können.

„Stellt euch vor, es ist ein Dienstag im Jahr 2030“, entwirft Strauß ein Zukunftsszenario. „Ihr Kunde hatte in der Nacht einen Schaden, meldet ihn am Morgen direkt über eine App – und wenn Sie aufstehen, ist der Schaden bereits zu 90 Prozent reguliert. Krasse Vorstellung, oder?“

Doch eine Vorstellung, die laut Strauß niemandem in der Maklerschaft Angst machen müsse. Denn gerade diese Routineaufgaben werde kaum jemand vermissen, wenn sie von KI übernommen werden. Die Fonds Finanz nutzte die Messe, um mit „PWX“ ihr neues Makler-Tool vorzustellen. Die künstliche Intelligenz interpretiert Anweisungen, erkennt Zusammenhänge und setzt Aufgaben direkt im System um. „Professional Works X hat das Potenzial, die Art, wie Vermittler arbeiten, nachhaltig zu verändern“, sagt Norbert Porazik, Geschäftsführer der Fonds Finanz.

Spezialisierung wird nochmal wichtiger

Für Strauß kommt die Expertise des Maklers dann ins Spiel, wenn Entscheidungen für den Kunden getroffen werden müssen. „Dazu braucht der Kunde immer noch einen Makler, eine Vertrauensperson, die sagt: Soll ich das jetzt machen oder nicht?“ Schnelligkeit werde kein Wettbewerbsvorteil mehr sein, ebenso wenig wie die reine Informationsbreite – beides übernimmt künftig die KI. „Aber es braucht trotzdem noch Herz und eine Entscheidung.“

Deshalb werde die Spezialisierung künftig eine zentrale Rolle spielen. Ob Fokus auf Hundebesitzer oder auf Schornsteinfeger – im Fonds-Finanz-Universum gebe es bereits heute die unterschiedlichsten Nischen. Entscheidend sei sowohl tiefes Zielgruppenwissen als auch Sichtbarkeit. Der Makler entwickle sich dabei zunehmend zum Coach, zum empathischen Navigator, zum „Risiko-Coach“. KI werde hingegen zum Standard-Tool: in jedem Maklerverwaltungsprogramm, für jeden Marktteilnehmer. Informationen sind jederzeit verfügbar, auch für Kunden. „Die Technik ist das Werkzeug. Was es wirklich braucht, ist Vertrauen, Empathie, Erfahrung und Gespür für die Kunden“, so Strauß.

Bildergalerie: Die MMM Messe 2026 der Fonds Finanz

Die große Bühne