Lebensversicherung

Athora und Frankfurter Leben: Im Run-off-Markt rumort es

Medienberichten zufolge könnte die Deutsche Bank bei der Frankfurter Leben einsteigen und Abwickler Athora prüfe einen Verkauf seines Deutschland-Geschäfts.

Flüstern

Länger gab es keine großen Run-off-Deals, doch nun machen zwei spannende Meldungen die Runde. | Quelle: skynesher

Hat die Deutsche Bank den Abwicklungsmarkt für Lebensversicherungen im Visier? Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg vermeldet, überlege man in den Chefetagen des Geldhauses derzeit, bei dem Run-off-Lebensversicherer Frankfurter Leben einzusteigen. Der Medienbericht beruft sich auf Insider-Informationen. Demnach erwäge DWS, der Vermögensverwalter der Deutschen Bank, eine „bedeutende Minderheitsbeteiligung“ an dem Lebensversicherer zu erwerben.

Diese Meldung geht Hand in Hand mit einem weiteren Bloomberg-Bericht aus dieser Woche. Demnach trage sich der Run-off-Spezialist Athora, ein Wettbewerber der Frankfurter Leben, mit der Überlegung, sein Deutschland-Geschäft zu verkaufen. Auch in diesem Fall beruft sich Bloomberg auf die Informationen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Sowohl die Deutsche Bank und die Frankfurter Leben als auch Athora wollten die genannten Marktgerüchte beziehungsweise Medienberichte an diesem Donnerstag auf procontra-Nachfrage nicht kommentieren.

Zuletzt keine großen Run-off-Deals

Dass Athora möglicherweise seine deutschen Vertragsbestände abgeben möchte, käme überraschend. Noch vor einem Jahr hatte sich der Lebensversicherer mit Sitz in Wiesbaden optimistisch gezeigt, auf dem deutschen Markt weiter wachsen zu können. Doch nachdem 2024 eine große Bestandsübernahme mit der Axa (ehemalige BDV-Winterthur) platzte, war es still geworden um Athora. Die Abwicklung der Altverträge scheint indes gut zu laufen: Athora bietet seinen Kundinnen und Kunden eine der höchsten Überschussbeteiligungen auf dem Markt.

Auch die Frankfurter Leben hegt schon länger Wachstumsambitionen. Im immer noch überfragmentierten deutschen Markt werde sich in den nächsten Jahren einiges bewegen, sagte der Frankfurter-Leben-Vorstand Bernd Neumann letztes Jahr im procontra-Interview. Mit dem Kapital der Deutschen Bank wäre in diese Richtung sicher einiges möglich – eventuell sogar direkt bei Athora.