Der aktuelle Entwurf der EU-Kommission zur Überarbeitung der SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation, deutsch: Offenlegungsverordnung) stößt beim Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) auf Kritik. Dort begrüßt man zwar die vorgeschlagenen neuen Produktkategorien „Nachhaltigkeit“, „Übergang“ und „ESG Grundlagen“, fordert aber, dass Produkte, die nicht unter diese Kategorien fallen, eindeutig als nicht-nachhaltig gekennzeichnet werden sollten.
FNG sieht Wettbewerbsverzerrung
Darüber hinaus bemängelt das FNG, dass die EU-Regulatorik nachhaltige Finanzprodukte weiterhin systematisch benachteilige, indem nicht-nachhaltige Finanzprodukte nicht zur Offenlegung verpflichtet seien. Dabei sei es für Investoren gerade wichtig zu wissen, welche negativen Auswirkungen nicht-nachhaltige Produkte hätten.
Kritisch sieht der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen außerdem, dass es der SFDR-Überarbeitungsentwurf nun auch möglich mache, in Waffen und Rüstung zu investieren, darunter sogar in Nuklearwaffen.
„Investitionen in Waffen sind nicht nachhaltig"
„Das FNG hat in den vergangenen Jahren mehrfach deutlich gemacht, dass Investitionen in Waffen nicht nachhaltig sein können“, betont Geschäftsführerin Verena Menne. „Ihr Zweck besteht darin, Schaden anzurichten. Dies gilt umso mehr für nukleare Waffen, deren Strahlung bei einem Einsatz für Jahrhunderte Gebiete nicht nutzbar machen würde.“
Des Weiteren kritisiert das FNG, dass die Definition von nachhaltigem Investieren im neuen Entwurf nicht mehr vorkomme. Ohne den DNSH-Grundsatz („Do-No-Significant-Harm“) als übergreifendes Konzept würde aber eine erhebliche Regulierungslücke entstehen.
Nach diesem Grundsatz der „Vermeidung erheblicher Umweltschäden" aus der EU-Taxonomie sind wirtschaftliche Aktivitäten nur nachhaltig, wenn sie nicht nur in einem Umweltbereich – zum Beispiel niedriger CO2-Austoß – sehr positiv zu bewerten sind, sondern als zweite Bedingung auch erfüllen, dass sie in keinem anderen Umweltbereich – zum Beispiel Biodiversität - Schaden anrichten.
Long Story short
Neue Kategorien, aber offene Fragen: Die EU plant klare Produktklassen für nachhaltige Investments – das wird grundsätzlich begrüßt.
Wettbewerbsnachteil bleibt bestehen: Nachhaltige Produkte müssen mehr offenlegen als konventionelle – das verzerrt laut FNG den Markt.
Kritik an Waffen-Investments: Der Entwurf könnte Investitionen bis hin zu Nuklearwaffen erlauben und streicht zentrale Nachhaltigkeitsdefinitionen.
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