Scheu vor Aktien

Renditedreieck: Stabiler Beratungsauftakt für Makler

Sicherheit steht nach wie vor hoch im Kurs bei deutschen Sparern. Das verbaut Renditechancen, die dringend gebraucht werden. Berater können mit einer Vertriebshilfe Risiken relativieren und Kunden näher an die Kapitalmärkte führen.

Paar spaziert durch Heckendreieck

Das Dreieck zur Entwicklung von Investitionen über einen bestimmten Zeitraum soll Beratern dabei helfen, ihre Kunden umfassender über die Renditechancen am Kapitalmarkt aufzuklären. | Quelle: gremlin

Ein Großteil des Vermögens der Privathaushalte in Deutschland schlummern nach wie vor in zinsschwachen Einlagen auf der Bank oder gänzlich zinslos als Bargeld. Ende 2025 machten beide zusammen nach Zahlen der Bundesbank und der DZ Bank mehr als ein Drittel des Geldbestandes aus. Rund 26 Prozent steckten in Versicherungen, nur 16 Prozent in Fonds und rund 10 Prozent in Aktien. Auf Rentenpapiere einschließlich Geldmarkttitel und Zertifikate entfielen 2,5 Prozent.  

„Die Struktur des privaten Geldvermögens in Deutschland bleibt stark sicherheitsorientiert“, kommentiert etwa das Deutsche Institut für Altersvorsorge. Der aktuellen Anlegerumfrage des Bundesverbandes deutscher Banken zufolge ist Sicherheit den Teilnehmern beim Abschluss einer Geldanlage am wichtigsten, gefolgt von Gewinn/Rendite und von Verfügbarkeit. 

Im Zuge eines hohen Sicherheitsbedürfnisses verpassen viele Menschen gerade für den langfristigen Vermögensaufbau wertvolle und dringend notwendige Renditechancen, um Kaufkraft und Lebensstandard im Alter aufrecht erhalten zu können.  

 Ängste relativieren 

Dafür ist eine größere Partizipation an den Kapitalmärkten notwendig, als es die genannte Verteilung des Geldvermögens bislang darstellt. Das wissen auch viele Kunden, doch die Scheu bleibt oft größer und Berater haben es schwer mit Argumenten zu punkten. Dabei helfen könnte das Deutsche Aktieninstitut DAI. Seit Jahren bringt das Haus sogenannte Renditedreiecke zum Dax, Eurostoxx und MSCI World heraus, um zu zeigen, wie sich eine Investition oder monatliche Anlagen in den Aktienmarkt über die Jahre im Schnitt entwickelt hätten. Für Finanzdienstleister ergibt sich in dieser Darstellung eine gute Gelegenheit, das subjektiv wahrgenommene Risiko der Kapitalmärkte einzuordnen. 

Es belegt beispielsweise für den DAX, dass unabhängig des Kauf- und Verkaufszeitpunkts, jede Anlage in den vergangenen 50 Jahren ins Plus führte, wenn die Haltedauer mindestens 13 Jahre betrug. „Nach meiner Erfahrung nimmt das Renditedreieck die Scheu – es verstärkt die Sorge nicht, sondern nimmt sie“, berichtet der freie Finanzberater Mike Lehmann.

 Dranbleiben lohnt sich 

Das Renditedreieck ordnet auch Krisen an den Märkten ein. Wer etwa in der Krisenzeit des Neuen Marktes Ende 2001 eingestiegen ist und nach einem Jahr wieder verkauft hat, hätte einen Verlust von 43,9 Prozent gemacht – das negativste Szenario in der Übersicht. „Man kann das Renditedreieck auch negativ auslegen und sagen: Schau einmal hier, was du für Risiken hast, du kannst in einem Jahr mehr als 40 Prozent des Kapitals verlieren“, sagt Lehmann. Wer allerdings dabeigeblieben ist, lag 2006 schon wieder mit jährlich 5 Prozent pro Jahr vorn. Nach weiteren fünf Jahren mit einer Finanz- und einer Eurokrise waren es 1,3 Prozent, 2016 waren es 5,5 Prozent und bis Ende 2025 jährlich 6,7 Prozent. Das Dreieck zeigt also nicht nur die absoluten Zahlen, es zeigt zudem, wie wichtig ein langfristiger Horizont bei der Aktienanlage ist. Wichtig für Berater: in den Wertentwicklungen sind noch keine Kosten der Anlage enthalten. 

Zudem bleibt das Risiko eines Totalausfalls einzelner Aktien natürlich weiterhin bestehen. Umso wichtiger ist eine breit gestreute Aktienanlage und eine individuelle Betrachtung der Vermögenswerte, in denen auch genügend Reserven eingeplant werden sollten, um mögliche Börsentiefs aussitzen zu können und nicht zur Unzeit verkaufen zu müssen.  

long story short:

  • Die Deutschen lassen mit ihrem Kapital viel Rendite durch zinsarme Anlagen liegen.

  • Mit dem Renditedreieck können Berater ihren Kunden Renditeentwicklungen klarer verständlich machen und die Scheu vor Aktien & Co. abbauen.