BU-Tarife auf dem Prüfstand: Top-Leistungen, aber große Preisunterschiede
Für die Untersuchung wurden alle deutschen Lebensversicherer nach ihren Bedingungen für Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) befragt. Bewertet wurden Versicherungsbedingungen (75 Prozent) und die Qualität der Antragsformulare (25 Prozent). Das positive Ergebnis: Von 56 geprüften Angeboten schnitten 42 mit „sehr gut“ ab, zehn weitere mit „gut“ und nur vier mit „befriedigend“.
Zusatzleistungen verteuern die Beiträge
Allerdings gibt es zwischen den Tarifen teils große Unterschiede von über 1.000 Euro in der jährlichen Beitragshöhe. Der Grund aus Sicht der Stiftung Warentest: Über den Kernschutz hinaus angebotene Sonderleistungen, wie etwa Leistung bei Arbeitsunfähigkeit (AU), treiben die Preise nach oben.
Wer das bei der Tarifauswahl berücksichtige, finde sowohl sehr gute als auch günstige Angebote: So begännen die Beiträge für den Modellfall eines 30-jährigen Controllers für eine Monatsrente von 2.400 Euro ab 730 Euro pro Jahr, eine 20-jährige Studentin zahle für eine Monatsrente von 1.500 Euro Jahresbeiträge ab knapp 400 Euro.
Flexibilität wird immer wichtiger
Besonderes Augenmerk legten die Tester im Tarif-Check auf die Flexibilität der Verträge. Gerade wer jung einsteige, solle darauf achten, dass der Vertrag Möglichkeiten zur späteren Rentenerhöhung biete – etwa durch eine Nachversicherungsgarantie bei Gehaltserhöhung, Heirat oder Immobilienkauf, rät die Stiftung Warentest. Auch eine Option zur Vertragsverlängerung, falls das gesetzliche Rentenalter steigt, sei wichtig.
Ebenfalls relevant: Wie verständlich sind die Gesundheitsfragen im Antrag formuliert? „Wie Versicherer den Gesundheitszustand abfragen, ist höchst unterschiedlich“, so Testleiterin Beate Bextermöller. „Schwammige Begriffe wie ,sonstige Beschwerden’ oder ,Störungen’ in der Vergangenheit lassen Antragsteller im Unklaren und erhöhen das Risiko einer versehentlich falschen Antwort – mit möglicherweise fatalen Folgen im Leistungsfall.“
Berufsunfähigkeitsschutz ist existenziell
Grundsätzlich hält die Stiftung Warentest eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle wichtig, die auf ein Einkommen durch ihre Arbeitskraft angewiesen sind – das betreffe Selbstständige, Angestellte und Beamte. Aber auch für Studierende, Auszubildende und Berufsanfänger sei die Absicherung sinnvoll. Denn je früher der Abschluss erfolge, desto niedriger seien die Beiträge und desto einfacher sei die Gesundheitsprüfung.
Auf die staatliche Erwerbsminderungsrente sollte sich jedenfalls niemand verlassen: Sie zahlt laut Stiftung Warentest im Schnitt nur rund 630 Euro monatlich bei teilweiser Erwerbsminderung – und rund 995 Euro bei voller Erwerbsminderung.
Das sind die 10 besten BU-Tarife im Test
Anbieter | Tarif | Test-Urteil |
Baloise (Helvetia) | SBU BAL 8408 | sehr gut (0,8) |
Hannoversche | SBU 24 BEDE 25 Premium-Exclusiv | sehr gut (0,8) |
HDI | SBU HBV26 EGO Top | sehr gut (0,8) |
Cosmos Direkt | SBU Premium LA 1235 B | sehr gut (0,9) |
Dialog | SBU ABsBu-D professional | sehr gut (0,9) |
Europa | SBU E-BU | sehr gut (0,9) |
Hannoversche | SBU 24 BEDE 25 Premium-Plus | sehr gut (0,9) |
Hannoversche | SBU 24 BEDE 25 Premium | sehr gut (0,9) |
Allianz | SBU Premium E356 | sehr gut (1,0) |
Allianz | SBU Komfort E358 | sehr gut (1,0) |
>> Der vollständige Test ist in der Juni-Ausgabe von Stiftung Warentest Finanzen erschienen. Alle Testergebnisse, eine Checkliste zur Vertragsprüfung sowie weiterführende Informationen sind verfügbar unter www.test.de/bu (kostenpflichtig). Wichtig zu wissen: Nicht alle Lebensversicherer waren bereit, sich an dem Test zu beteiligen.
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