Deutsche Rentenversicherung

Digitale Rentenübersicht: Millionen schauen, wenige registrieren sich

Vor drei Jahren ist das Onlineportal für alle Bürger, die in eine gesetzliche, betriebliche oder private Form der Altersversorgung einzahlen, gestartet. Die Zwischenbilanz sieht ernüchternd aus.

Zwei Personen vor einem Laptop

Die Anmeldung zur Digitalen Rentenübersicht ist eine Herausforderung. Auch deshalb bleibt die Zahl der registrierten Nutzer hinter den Erwartungen zurück. | Quelle: shapecharge

Die Idee vor fast genau drei Jahren war gut: Mit der Digitalen Rentenübersicht hatte die Deutsche Rentenversicherung eine gebündelte Übersicht geschaffen. Alle Bürger, die in Deutschland in eine gesetzliche, betriebliche oder private Form der Altersversorgung einzahlen, können sich dort einen Überblick über ihre zu erwartenden Ansprüche verschaffen.

Doch laut DCS Deutsche Clearing-Stelle belegen aktuelle Daten, dass der Service kaum bei den Bürgern ankommt: Bis Ende 2025 hatten sich zwar rund 4,8 Millionen Besucher allgemein auf dem Portal informiert, allerdings haben sich lediglich etwa 320.000 Personen tatsächlich registriert. Das entspricht einer aktiven Nutzerquote von unter einem Prozent der mehr als 35 Millionen potenziell Berechtigten.  

Große Hürde: Anmeldung mit Online-Ausweis und Pin

Einer der Gründe für die geringe Nutzerquote ist die umständliche Anmeldung. Denn zur Registrierung auf dem Portal wird der Online-Ausweis inklusive Pin benötigt. Das sei nach Ansicht des Branchenverbands GDV eine Hürde, „die für viele Nutzerinnen und Nutzer zu hoch ist“. Laut DCS Deutsche Clearing-Stelle klaffe eine erhebliche Diskrepanz zwischen Interesse und konkreter Nutzung des Portals. So habe bisher weniger als jeder zehnte Besucher tatsächlich die notwendige Registrierung mit eID und Steuer-ID vollzogen.

Weiterentwicklung zum „Rentenlabor“

Deshalb will das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nun an einer Weiterentwicklung des digitalen Angebots arbeiten. So soll es von einem Informationsanbieter hin zu einem „Rentenlabor“ umgestaltet werden, in dem die Nutzer etwa erfahren, was ihre Rente inflationsbereinigt zum Beginn der Auszahlphase wert ist, welche lebenslange Rente sich bei Einmaleinzahlungen generieren lässt und wie hoch die Renten insgesamt über alle drei Säulen und über alle Produkttypen hinweg sind. 

Mehr Bekanntheit unter Arbeitgebern

Dafür spricht sich auch der GDV aus. Der Verband schlägt etwa verständliche Prognosen, Szenarien oder Visualisierungen vor. Auch an der Bekanntheit soll gearbeitet werden: „Es ist wichtig, dass sowohl öffentliche Hand als auch Arbeitgeber stärker auf das Portal aufmerksam machen“, sagt Marco Eckert, Geschäftsführer der DCS Deutsche Clearing-Stelle.

Arbeitgeber könnten das Portal etwa in die bAV-Beratung einbinden und damit eine Wissenbasis für die Beschäftigten schaffen. Wichtig: Das Portal weist ausschließlich Brutto-Werte aus. Abzuführende Steuern und Sozialabgaben während des Bezugszeitraums müssen individuell kalkuliert werden. Zudem sind im Bereich der bAV seit dem 1. Januar 2025 Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds anbindungspflichtig.

long story short

  • Großes Interesse, geringe Nutzung: Rund 4,8 Millionen Menschen haben sich laut DCS Deutsche Clearing-Stelle bis Ende 2025 auf dem Portal der Digitalen Rentenübersicht informiert, aber nur etwa 320.000 haben sich registriert.

  • Anmeldung bleibt die zentrale Hürde: Online-Ausweis, PIN, eID und Steuer-ID schrecken viele Nutzer ab. Laut GDV ist diese Einstiegsschwelle für viele schlicht zu hoch.

  • Ausbau zum "Rentenlabor" geplant: Das Portal soll künftig verständlichere Prognosen, Szenarien und Visualisierungen liefern – etwa zur inflationsbereinigten Rentenhöhe, zu Einmaleinzahlungen und zur Vorsorge über alle drei Säulen hinweg.