Butter bei die Fische, Teil 1: Warum eine Fondspolice die Direktanlage in Fonds aussticht

„Wäre es nicht lukrativer, direkt in die Fonds zu investieren?“, lautet einer der häufigsten Kundeneinwände in der Beratung zu Fondspolicen. Die Antwort lässt sich zusammenfassen mit: „Was eine Fondspolice kann, kann nur eine Fondspolice.“ Und das ist einiges.

15:05 Uhr | 13. Mai | 2024
Butter bei die Fische, Teil 1: Warum eine Fondspolice die Direktanlage in Fonds aussticht

Warum eine Fondspolice die Direktanlage in Fonds aussticht

| Quelle: midjourney

Auf den ersten Blick ist die Überlegung naheliegend, zur finanziellen Vorsorge lieber auf direkte Fondsbeteiligungen zu setzen als auf eine fondsgebundene Rentenversicherung. Immerhin geht der Versicherungsmantel mit zusätzlichen Kosten einher, die sich zu den Fondsgebühren addieren und die Rendite schmälern. Diese Sichtweise ist allerdings stark verengt. Denn eine Fondspolice bietet ein ganzes Bündel von Vorteilen, mit denen eine Direktanlage nicht aufwarten kann. Ein kurzer Überblick:

1. Kein Langlebigkeitsrisiko

Wer zum Ruhestandsbeginn statt einer Rente einen Kapitalbetrag zur Verfügung hat, unterliegt der Gefahr, dass „am Ende des Geldes noch viel Leben übrig ist“, sprich: dass das Kapital irgendwann aufgebraucht ist. Dazu kann es auch dann kommen, wenn das jeweils verbleibende Restkapital investiert bleibt. Damit droht gerade in der Lebensphase Altersarmut, in der das Pflegebedürftigkeitsrisiko drastisch ansteigt. Dieses Langlebigkeitsrisiko wird durch eine fondsgebundene Rentenversicherung aufgefangen, denn die zahlt garantiert lebenslang.

2. Geringere Einkommensteuerbelastung

Gegenüber den Gewinnen aus direkten Kapitalmarktbeteiligungen sind die Erträge einer Fondspolice (Auszahlung minus Einzahlung) steuerlich privilegiert. Sie unterliegen dem Halbeinkünfteverfahren, müssen also nur zur Hälfte zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden. Bedingung ist, dass die Police mindestens 12 Jahre langgelaufen ist und die Auszahlung nach dem 62. Lebensjahr des Versicherten erfolgt. Schon allein diese Begünstigung kann die Versicherungskosten einer günstigen Fondspolice mehr als kompensieren.

3. Keine Abgeltungsteuer

Die steuerliche Vorzugsbehandlung greift indes schon vor der Rentenphase: Die Gewinne der Fondspolice sind von der Abgeltungsteuer befreit, anders als die Erträge von Direktanlagen. „In Zeiten anhaltend historisch niedriger Zinsen sollte im Bereich der Altersvorsorge vermehrt auf kapitalmarktorientierte Fondsanlagen gesetzt werden. Die Fondspolice ist hierbei gegenüber der direkten Fondsanlage aufgrund der Abgeltungssteuerfreiheit in vielen Fällen im Vorteil – insbesondere bei langen Anlagehorizonten. Bereits bei einer Vertragslaufzeit ab 15 Jahren können Fondspolicen eine höhere Rendite als die Direktanlage in Fonds erzielen“, unterstreicht Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP).

4. Flexibilität

Wegen der begrenzten Fondsauswahl galten Fondspolicen früher als unflexibel. Das hat sich fulminant gewandelt: Moderne Produkte bieten nicht nur eine breit diversifizierte Auswahl an Investitionsmöglichkeiten, sondern auch einige Features, von denen insbesondere weniger risikoaffine Direktanleger nur träumen können. Dazu gehören etwa kostenfreie Shifts und Switchs und die Option, das Kapital in stürmischen Börsenzeiten im Sicherungsvermögen des Versicherers zu einem festen Zinssatz zu „parken“. Oder auch eine Beitragsgarantie in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes, wie sie manche Kunden nach wie vor wünschen und einige Versicherer dementsprechend noch anbieten. Wer mithin Flexibilität sucht, ist mit einer Fondspolice besser bedient.