Was steckt im Tarif?
Die Golden BU der LV 1871 gehört bereits seit Jahren zu den leistungsstarken Berufsunfähigkeitsversicherungen im Markt. Das Update 2026 verändert weniger die grundsätzliche Leistungslogik als vielmehr die Flexibilität und Ausbaufähigkeit des Vertrags.
Besonders relevant ist die neue, ereignisunabhängige Nachversicherungsgarantie im dritten Versicherungsjahr. Kunden unter 30 Jahren können ihre BU-Rente ohne konkreten Anlass um bis zu 500 Euro erhöhen. Das gilt ohne erneute Gesundheitsprüfung und nicht wie bisher mit einer Wartezeit. Gerade für junge Kunden mit noch unklarer Einkommensentwicklung ist das ein relevanter Ausbaupunkt. Zusätzlich wurde die sogenannte Zukunftsgarantie erweitert. Das ermöglicht den Einschluss bestimmter Leistungen im Zusammenhang mit Arbeitsunfähigkeit, Dynamiken und der Überprüfung bestimmter Berufsgruppen in vielen Lebenslagen. Für die LV 1871 ein zentrales Element bei der Optimierung der BU: „Neu ist etwa der nachträgliche Einschluss oder die Erhöhung der garantierten Rentenerhöhung, die bei acht verschiedenen Ereignissen möglich ist. Außerdem wurden zwei neue Ereignisse in die Zukunftsgarantie integriert: die Aufnahme der Vollendung des 15. Lebensjahres sowie die Übernahme der Versicherungsnehmer-Eigenschaft durch die versicherte Person vor Vollendung des 25. Lebensjahres. Bei diesen Ereignissen kann unter anderem die BU-Rente um bis zu 50 Prozent erhöht oder die AU-Klausel eingeschlossen werden.“
Ausbaugrenzen erhöht
Die Ausbaugrenzen selbst wurden ebenfalls massiv erhöht. Nachversicherungen sind künftig bis 4.000 Euro BU-Rente möglich, über die Karriereoption sogar bis 8.000 Euro monatlich – gleichzeitig wurde der Zugang zu der Option vereinfacht, wie die LV 1871 betont: „Bisher konnte die Karrieregarantie erst in Anspruch genommen werden, wenn die Obergrenze für die Nachversicherung erreicht wurde. Diese Hürde entfällt nun. Die BU-Rente kann somit entsprechend der Einkommensentwicklung erhöht werden, ohne dass die bisherige Eintrittshürde greift.”
Verbessert wurde zudem der Zugang für junge Zielgruppen. Schüler, Auszubildende und Studenten bestimmter Fachrichtungen können nun höhere Anfangsrenten absichern – je nach Zielgruppe bis 1.500 und 1.800 Euro statt bislang etwa 1.100 Euro.
Auch bei den vereinfachten Gesundheitsprüfungen legt die LV 1871 nach. Vereinfachte Zugänge sind jetzt je nach Zielgruppe mit bis zu 2.500 Euro BU‑Rente möglich, statt bislang maximal 2.000 Euro. Für die LV 1871 eine logische Konsequenz aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: „Die Grenze für die vereinfachte Risikoprüfung wurde bei einigen Berufen aus ausgewählten Berufsgruppen wie Ingenieuren, MINT- und Kammerberufen risikoadjustiert angehoben, um einkommensstarken Berufen einen einfacheren Zugang zu einem adäquaten BU-Schutz zu ermöglichen.“ Zusätzlich erfolgt bei Nachversicherungen künftig keine Anrechnung von Ansprüchen aus Versorgungswerken mehr.
Die Stärken
Die Stärke des Updates liegt eindeutig in der strategischen Weiterentwicklung des Vertrags über die gesamte Laufzeit hinweg. Die LV 1871 reagiert damit auf eines der größten Probleme moderner Berufsunfähigkeitsversicherungen: Viele Kunden starten mit vergleichsweise niedrigen BU-Renten und scheitern später an zu engen Ausbaugrenzen oder komplizierten Nachversicherungsregeln. Genau hier setzt das Update an. Besonders positiv fällt die neue, ereignisunabhängige Nachversicherung im dritten Versicherungsjahr auf. Diese Regelung schafft zusätzliche Flexibilität in einer Lebensphase, in der sich Einkommen und Lebenssituation häufig schnell verändern.
Sehr stark ist außerdem die deutliche Erweiterung der maximal möglichen Ausbauhöhen. Nachversicherungen bis 4.000 Euro und Karriereoptionen bis 8.000 Euro monatlicher BU-Rente gehören inzwischen zu den großzügigeren Lösungen am Markt. Positiv ist ebenfalls die Aufwertung junger Zielgruppen. Höhere Anfangsrenten für Schüler, Studenten und Auszubildende verbessern die Möglichkeit, frühzeitig sinnvolle Rentenhöhen abzusichern, ohne sofort auf spätere Nachversicherung angewiesen zu sein.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Verbesserung für Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Der Verzicht auf die Umorganisationsprüfung ist insbesondere für akademische Freiberufler ein relevantes Qualitätsmerkmal. Gleichzeitig verbessert die neue Regelung zur Nichtanrechnung von Versorgungswerksleistungen bei Nachversicherungen die spätere Ausbauperspektive deutlich.
Die Schwächen
Die Schwächen des Updates liegen weniger in den neuen Ausbauoptionen selbst, sondern eher in bestimmten Begrenzungen der Systematik. Ein kritischer Punkt bleibt die Nachversicherung nach bereits erfolgter BU‑Leistungsprüfung. Hat ein Kunde bereits wegen Berufsunfähigkeit Leistungen erhalten, sind Nachversicherungsmöglichkeiten später ausgeschlossen, um – wie die LV 1871 betont – eine Abwägung zwischen der Individualposition und dem Kollektivinteresse im Hinblick auf die Beitragsstabilität vornehmen zu können.
Auch die Anrechnung von Leistungen aus Versorgungswerken bleibt zumindest im Erstantrag grundsätzlich bestehen – wenn auch offenbar erst ab höheren Gesamtrenten. Wettbewerber wie Baloise verzichten hier teilweise vollständig auf entsprechende Anrechnungen.
Die angekündigten Beitragssenkungen sehen Vermittler immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn langfristig kann der Preiskampf eher zu steigenden Beiträgen führen. Und auch die LV 1871 hat den Preiswettbewerb im Blick: „Wir haben einzelne, sehr gezielte Prämienverbesserungen auf Grundlage unserer langjährigen Erfahrung vorgenommen. Die Spirale aus breit angelegten Preissenkungen, Bedingungsverbesserungen und Reduktion des Risikoprüfungsumfangs gefährdet langfristig die Beitragsstabilität sowie die Stabilität des Marktes. Die Golden BU Lösungen der LV 1871 stehen für nachhaltige Kalkulation, stabile Beiträge sowie hohe Produkt- und Servicequalität.“
Für wen ist das Produkt geeignet?
Die Golden BU der LV 1871 eignet sich insbesondere für:
● junge Kunden mit Entwicklungspotenzial
● Akademiker
● Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke
● MINT-Berufe
● Studenten und Schüler mit langfristiger Karriereperspektive
● Kunden mit geplantem Einkommenswachstum
Besonders interessant wird das Konzept überall dort, wo heute noch nicht die finale Zielrente abgesichert werden kann, aber hohe spätere Ausbaupotenziale wichtig sind.
Was ist in der Beratung zu beachten?
In der Beratung steht weniger die klassische Leistungsdefinition der Berufsunfähigkeit im Mittelpunkt, sondern vielmehr die langfristige technische Gestaltung des Vertrags. Gerade die erweiterten Nachversicherungsmöglichkeiten können leicht dazu führen, dass Kunden die tatsächliche Bedeutung falsch einordnen. Denn hohe Ausbaugrenzen helfen nur dann, wenn der Vertrag insgesamt sauber aufgebaut ist.
Auch die Regelung zur Nachversicherung nach bereits erfolgter BU-Prüfung sollte aktiv angesprochen werden. Denn genau solche technischen Details entscheiden später häufig darüber, ob ein Vertrag tatsächlich flexibel bleibt oder nicht. Die Stärke des Tarifs liegt klar in seiner langfristigen Entwicklungsfähigkeit. Genau deshalb kommt es in der Beratung darauf an, die zukünftige Karriere- und Einkommensentwicklung sauber mitzudenken – und nicht nur den heutigen Status abzusichern.
Das Fazit
Mit dem Update 2026 entwickelt die LV 1871 ihre Golden BU konsequent in Richtung eines modernen Wachstums- und Flexibilitätskonzepts weiter. Besonders stark sind die neuen Nachversicherungsoptionen, die höheren Ausbaugrenzen sowie die Verbesserungen für junge Kunden und akademische Zielgruppen. Letztlich gehört die LV 1871 mit dem Update klar zu den interessantesten Produkten im aktuellen BU-Markt.

