Schadenfall der Woche
Betrug in luftiger Höhe: Fake-Rettungseinsätze sollen Versicherer Mio. kosten

Im Himalaya geht es hoch hinaus. Und nicht jedem Gipfelsteiger bekommen die Höhenmeter. Vor allem bei zu schnellem Aufstieg droht aufgrund des geringeren Sauerstoffgehalts in luftigen Höhen die Höhenkrankheit. Kopfschmerzen, Übelkeit, im schlimmsten Fall aber auch lebensgefährliche Hirn- und Lungenödeme können die Folge sein.
Doch eine Rettung der Menschen setzt im Himalaya häufig einen Hubschrauber voraus. Doch nun zeigt sich: Hinter manchem Helikopterflug stecken banale Bereicherungsabsichten von Versicherungsbetrügern.
So meldet die „Asia Insurance Review“ in dieser Woche die Festnahme von sechs Mitarbeitern von Luftfahrt- und Rettungsunternehmen durch die nepalesische Polizei. Der Vorwurf: Diese sollen unnötige Rettungsflüge veranlasst haben, um vermeintlich in Not geratene Trekking-Touristen zu retten. Die Kosten hierfür wurden anschließend den Versicherungen der Bergsteiger in Rechnung gestellt.
Die Polizei wirft den Männern vor, leichte, höhenbedingte Symptome der Bergsteiger als akute Höhenerkrankung dargestellt zu haben. Entsprechend wurden daraufhin Hubschrauber losgeschickt, um die Trekking-Touristen zu bergen. Private Krankenhäuser stellten anschließend fingierte Rechnungen aus, so der Vorwurf.
Insgesamt zählen die Ermittler über 300 betrügerische Rettungseinsätze, durch die internationalen Versicherern insgesamt ein Schaden von 22 Millionen US-Dollar entstanden sein soll.
Die Ermittlungen werden derweil fortgesetzt. Weitere Festnahmen sind denkbar. Die Polizei warnte zudem, dass durch die Betrügereien das Image Nepals in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Das will das Land unbedingt vermeiden, ist es doch stark abhängig von der Tourismus-Industrie.
Rund eine Million Menschen besuchten das Land tief im Himalaya im Jahr 2023 – die meisten von ihnen kamen aus den USA, Indien, China, Großbritannien und Australien. Durch ein verheerendes Erdbeben im Jahr 2015 sowie die Covid-Epidemie brachen in den vergangenen Jahren mehrfach die Touristenzahlen stark ein, erholten sich aber zuletzt wieder.
Long Story short
Die nepalesische Polizei hat einen millionenschweren Versicherungsbetrug aufgedeckt, bei dem unnötige Helikopter-Rettungsflüge für Trekkingtouristen inszeniert und fingierte Krankenhausrechnungen eingereicht wurden. Über 300 betrügerische Einsätze sollen internationalen Versicherern einen Schaden von rund 22 Millionen US-Dollar verursacht haben und gefährden nun das internationale Tourismusimage Nepals.
