Schwierige Verhandlungen
Tarifabschluss im Versicherungsaußendienst: Mehr Gehalt bis 2028 beschlossen

Der Arbeitgeberverband der Versicherer und die Tarifkommission haben es schlussendlich geschafft, sich am vergangenen Donnerstag noch auf ein Tarifabkommen für die Angestellten im Versicherungsaußendienst zu einigen. Für die Verhandlungen zu einem neuen Tarifvertrag für den Versicherungsaußendienst hatte Ver.di sich viel vorgenommen: „Unser Ziel war klar: den Außendienst neu denken, attraktiver machen und zukunftsfähig gestalten“, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.
Zum Auftakt zeigte sich laut Ver.di jedoch schnell, dass der Arbeitgeberverband andere Vorstellungen hatte: im Wesentlichen eine reine Erhöhung des Mindesteinkommens. „Ein starkes gemeinsames Verständnis konnten wir in dieser Runde leider noch nicht erreichen. Nach langen Überlegungen legte die Arbeitgeberseite eine Liste unserer Forderungen vor, die aus ihrer Sicht nicht realisierbar seien. Darunter befanden sich auch viele soziale Komponenten“, so Ver.di. Für die Zukunft zeige das: „Ohne spürbaren Druck aus der Belegschaft sind wir in den Verhandlungen auf den guten Willen der Gegenseite angewiesen.“
Trotzdem seien die Parteien nach intensiven weiteren Gesprächen zu einem Tarifergebnis gekommen:
Das monatliche Mindesteinkommen für die Angestellten des Werbeaußendienstes beträgt 2.400 €, ab dem 1.11.2026: 2.508 € und ab dem 1.11.2027: 2.583 €
Damit wird die sog. Stufe II des Mindesteinkommens gestrichen.
Die Sozialzulagen gemäß § 4 Ziffer 2 GTV steigen je Stufe um 10 Prozent.
Die Laufzeit beträgt 26 Monate und endet am 30. April 2028.
Auch die Arbeitgeberseite drängte laut Ver.di auf ihre Forderungen. Sie will eine aus ihrer Sicht böswillige Ausnutzung der Bemessungsgrundlage für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch Anpassungen verhindern. Um Kolleginnen und Kollegen, die tatsächlich von Krankheit betroffen sind, zu schützen, einigten sich die Parteien auf eine Verhandlungsverpflichtung zu diesem Sachverhalt.
Versicherer und Ver.di einigen sich auf höhere Mindesteinkommen und steigende Sozialzulagen im Außendienst. Grundlegende Reformen bleiben aus – Konfliktpunkte wie Krankheitsregelungen werden vertagt.
