Adventskalender-Türchen 20

Steile These 2024: „Versicherer stellen Cybergeschäft ein“

Gewagt? Absurd? Oder doch gar nicht so unwahrscheinlich? procontra stellt steile Thesen für 2024 auf und beleuchtet ihre Wahrscheinlichkeit. Heute: Kapitulieren die Versicherer vor dem schwierigen Cybergeschäft?

Author_image
05:12 Uhr | 20. Dezember | 2023
Steile These 2024: „Versicherer stellen Cybergeschäft ein“

Hintergrund: 
Laut Bitkom entstand der deutschen Wirtschaft 2022 ein Schaden von 203 Milliarden Euro durch Diebstahl von IT-Ausrüstung/Daten, Spionage und Sabotage. 84 Prozent der Unternehmen waren betroffen.

Cyberversicherungen haben Konjunktur, schließlich wachsen die Bedrohungen sowohl für private Haushalte als auch für Unternehmen. Damit steigt auch der Umfang der zu regulierenden Schäden. Laut GDV verzeichneten die Cyberversicherer 2021 erstmals mehr Aufwendungen als Einnahmen.

„Unter dem Strich betrug die Schaden-Kosten-Quote fast 124 Prozent nach 65 Prozent ein Jahr zuvor“, rechnete Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, vor. Die Vertragszahlen legten weiter zu, 2022 gingen Schäden und die Schaden-Kosten-Quote wieder zurück (auf 78 Prozent). Aktuell werden steigende Beitragseinnahmen bei deutlich wachsendem Schadenaufwand verzeichnet.

Die Cyberversicherung ist eine junge Sparte, die Anbieter sammeln noch Erfahrungen, dennoch möchte sich niemand eine chronisch defizitäre Sparte leisten. Die Versicherer plädieren daher für mehr Prävention, insbesondere im Mittelstand. Schließlich sollen Cyberversicherungen „das Restrisiko“ eines erfolgreichen Angriffs absichern – dieser Schutz setze aber laut GDV ein gewisses Maß an IT-Sicherheit voraus.

Prognose: 
Mit einem umfassenden Rückzug der Anbieter aus dem Wachstumsmarkt Cyber ist nicht zu rechnen. Stattdessen werden eher die Anforderungen an die Sicherheit von Cyberversicherungen ebenso wie die Beiträge erhöht werden.
Wahrscheinlichkeit der These: 13 Prozent