Bilanzpressekonferenz

Barmenia-Gothaer wächst weiter: Zehn-Milliarden-Ziel rückt näher

Nach dem ersten vollen Geschäftsjahr zieht die Gruppe Bilanz. Besonders zufrieden zeigen sich die CEOs im Vollversicherungssegment.

Dr. Andreas Eurich und Oliver Schoeller

Haben ambitionierte Ziele: Dr. Andreas Eurich und Oliver Schoeller, CEOs der Barmenia-Gothaer-Gruppe. | Quelle: Barmenia-Gothaer

Die Verschmelzung geht voran - und funktioniert. Das zeigt sich auf der Bilanzpressekonferenz der Barmenia-Gothaer: Das erste volle Geschäftsjahr 2025 nach der Fusion der beiden Versicherer (procontra berichtete damals als erstes darüber) lief positiv, die Barmenia-Gothaer-Gruppe verzeichnete Beitragseinnahmen in Höhe von 9,27 Milliarden Euro. Das ist ein Wachstum von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gesundheit und Komposit treiben Wachstum

Maßgeblichen Anteil daran hatten die Segmente Gesundheit und Komposit, beide liegen mit einem Plus von 8,9 bzw. 8,3 Prozent über dem Markt. "Wir haben uns durch den Zusammenschluss eine selbstbewusste Position erarbeitet", sagt Oliver Schoeller, der die Barmenia-Gothaer-Gruppe gemeinsam mit Dr. Andreas Eurich führt. Deshalb sei es auch beschlossene Sache, dass der gemeinsame Unternehmensname so bestehen bleibt.

Produkte, Vertrieb und KI werden zusammengeführt

Eines der Ziele nach dem Zusammenschluss, die Zusammenlegung der Produkte und des Vertriebs, sei gut vorangeschritten. Was aktuell noch nicht verschmolzen ist, soll im laufenden Geschäftsjahr "umgeflaggt" werden. Eine große Rolle spielt dabei auch das Thema Künstliche Intelligenz. Schon jetzt nutze die Gruppe KI-Lösungen sowohl für den Arbeitsalltag der Mitarbeiter als auch Open AI-Anwendungen bei Themen wie Underwriting, Schadenaufnahme, Telefonie oder Risikoprüfungen. Eine "echte Transformation" im Bereich KI soll in den kommenden 12 bis 24 Monaten stattfinden. "Die Breite der Anwendungen lässt erahnen, was möglich ist", so Schoeller.

Solvenzquote steigt deutlich

Diversifikation in allen Bereichen sei ein wichtiger Treiber für den Erfolg des Unternehmens, sagte Co-CEO Andreas Eurich. Auch durch die breite Aufstellung im Markt verbessert sich die Solvenzquote des Konzerns von 189,3 Prozent im Jahr 2024 auf 225,6 Prozent. Der Konzernjahresüberschuss (nach Steuern vor Veränderung Schwankungsrückstellung) steigt von 63,5 Millionen Euro auf 180,5 Millionen Euro.

Vollversicherung wächst besonders stark

Besonders dynamisch entwickelt sich das PKV-Vollversicherungssegment mit einem Beitragswachstum von zehn Prozent und einem Bestandszuwachs von mehr als 9.000 Personen. "Der deutliche Nettogewinn an vollversicherten Personen zeigt, dass unsere konsequente Ausrichtung auf hochwertige Leistungen und langfristige Stabilität überzeugt", sagt Christian Ritz, Vorstand Gesundheit bei der Barmenia Gothaer.

Zehn Milliarden Euro bis 2028 im Blick

Die Ziele für die kommenden zwei Jahre sind gesetzt: "Bis 2028 wollen wir Bruttobeitragseinnahmen von zehn Milliarden Euro sowie einen Konzernjahresüberschuss von 200 Millionen Euro erreichen", sagt Schoeller. Der Fokus soll dabei auch weiterhin auf den drei Kernfeldern Privatkunden, Employer Benefits und Mittelstand liegen. Und auf der Pressekonferenz zeigten sich die CEOs Schoeller und Eurich ambitioniert - so könne das Ziel vielleicht sogar ein Jahr früher erreicht werden. Wachstumspotential sehen sie vor allem in zwei Segmenten, dem Gesundheitsmarkt und dem Industrie- und Gewerbesegment.

long story short

  • Barmenia Gothaer meldet für 2025, das erste volle Geschäftsjahr nach der Fusion, Beitragseinnahmen von 9,27 Milliarden Euro – ein Plus von 7,8 Prozent.

  • Wachstumstreiber sind vor allem Gesundheit und Komposit; zugleich steigen Solvenzquote und Konzernjahresüberschuss deutlich.

  • Bis 2028 will die Gruppe zehn Milliarden Euro Bruttobeiträge und 200 Millionen Euro Konzernjahresüberschuss erreichen – möglicherweise sogar ein Jahr früher.