„Banking ist notwendig, Banken sind es nicht”, so eine berühmte Aussage von Bill Gates aus dem Jahr 1994. Embedded Finance ist kein neues Konzept. Ausgehend vom Bankensektor drang Embedded Finance schnell in den Versicherungssektor vor und dürfte in nächster Zeit auch in der Vermögensverwaltung an Bedeutung gewinnen.
Embedded Finance bezeichnet die Integration von Finanzdienstleistungen in Produkte von Nicht-Finanzunternehmen, etwa im Einzelhandel. Diese Unternehmen verfügen über Kunden und Daten, die Transaktionen werden allerdings von Finanzinstituten durchgeführt. An dieser Stelle beginnt der eigentliche Kampf um Kunden. Denn jeder, der heute Finanzdienstleistungen anbieten möchte, kann einen technologisch versierten Partner finden, der die fehlenden Puzzleteilchen liefert.
Eine anschauliche Analogie bietet die Eisenbahnindustrie: Finanzinstitute bemühen sich traditionell, sowohl die Schienen als auch das Schienenfahrzeug zu betreiben, das heißt über die Infrastruktur zu verfügen und die Dienstleistung anzubieten. Wir glauben, dass sich das bald ändern wird. Spezialisierte, technisch versierte Finanzinstitute werden zunehmend White-Label-Infrastrukturdienste für eine Vielzahl von „Bahnbetreibern“ anbieten.
Die von den großen Technologieplattformen geschaffenen neuen Standards machen klar, dass es nicht mehr möglich ist, die gesamten Investitionen für ein hochmodernes Schienensystem selbst zu finanzieren und gleichzeitig die Ausgaben zu tätigen, die notwendig sind, um Kunden zu gewinnen und einen optimalen Service zu bieten. Das Eine erfordert Backend-, das Andere Frontend-Lösungen. Spezialisierung und Skalierung sind die logischsten anstehenden Schritte. Und das bedeutet, dass es nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer geben wird.
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