Erneuerbare Energien sind die Zukunft der Stromerzeugung. Und je nach Blickwinkel läuft deren Ausbau auch gut: Im Jahr 2020 stammten 23,7 Prozent des Stromverbrauchs hierzulande aus Windenergie. Rund zwei Drittel davon wurden von On- und Offshore-Windparks erzeugt. Windkraft ist in Deutschland der große Treiber für die Energiewende.
Allerdings ist der Ausbau der Windenergie ins Stocken geraten. Laut dem Bundesverband Windenergie (BWE) hat sich die Anzahl der Windkraftanlagen in Deutschland zwischen 2018 und 2020 nur um 502 erhöht, auf insgesamt 29.715. In den drei Jahren davor ist der Bestand dagegen um 3.233 Stück gewachsen. BWE-Präsident Hermann Albers beklagte Anfang des Jahres gegenüber der Online-Ausgabe der Tagesschau: „Der wichtigste Schritt ist, wir brauchen mehr Genehmigungen und eine gute Abstimmung mit den Bundesländern zur Bereitstellung von ausreichend Fläche für die Ziele des Klimaschutzes in Deutschland.“
Mangelnde Abstimmung ist offenbar ein Grund, warum es im Jahr 2020 – laut tagesschau.de – bei den wichtigen Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur weniger Bewerber gab. Investoren sorgen sich demnach um die Sicherheit der Projekte beziehungsweise um das Geld ihrer Anleger. Die Gemeinde Schluchsee beispielsweise will nun gegen den Bau zweier Windkraftanlagen vor Ort beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim klagen, berichtet der SWR. Zuvor hatte das zuständige Landratsamt das Projekt aber genehmigt.
Makler entwickelt eigene Police
Solche behördlichen Widersprüche können zu Baustopps, Rückbauten oder Absagen geplanter Bauprojekte führen. Im schlimmsten Fall kann das Geld der Anleger futsch sein. Die Widerspruchsversicherung für Windpark- und Infrastrukturprojekte der Nordwest Assekuranzmakler (NW) sichert unter anderem dieses Risiko ab. Noch wichtiger ist aus Sicht von NW-Geschäftsführer Thomas Haukje, dass die Projektfinanzierung abgesichert wird: „Viele Banken valutieren die Darlehen nicht, sofern noch ein Widerspruch vorliegt, der das Projekt negativ beeinflussen könnte.“
Für Projektvolumen von bis zu 50 Millionen Euro bietet der Bremer Makler Versicherungsschutz. Dieser richtet sich an Banken oder allgemein an Investoren. Versicherbar seien Projekte in Frankreich, Spanien und Deutschland. Die Deckung besorge man dann im Wesentlichen bei ausländischen Versicherungsgesellschaften, erklärt Haukje auf procontra-Nachfrage. Mehr als 20 solcher Policen seien seit der Einführung im Frühjahr zustande gekommen. Grundsätzlich würde NW seine Widerspruchsversicherung nur selbst vermitteln. Mit ausgewählten Maklern, die Expertise in diesem Bereich mitbringen, würde man aber zusammenarbeiten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!

