Ukraine-Krieg: MSCI prüft Rauswurf russischer Aktien

Nach den Sanktionen gegen russische Banken erwägt der US-Indexanbieter MSCI nun, russische Titel aus seinen Indizes zu streichen. Russische Aktien seien „uninvestierbar“, sagte ein hochrangiger Manager.

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Krieges haben erste Effekte: Der US-Finanzdienstleister MSCI will nun den Rauswurf russischer Titel aus seinen Aktienindizes prüfen. Nach den neuen westlichen Sanktionen und den Handelsbeschränkungen der Zentralbank sei der russische Aktienmarkt „uninvestierbar“, sagte der Chef des Index Policy Committee, Dimitris Melas, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Es ergäbe nicht viel Sinn, russische Wertpapiere weiterhin aufzunehmen, „wenn unsere Kunden und Investoren keine Transaktionen auf dem Markt durchführen können“, fügte er hinzu. „Es ist für uns alle offensichtlich, dass der Markt sehr schwierig zu handeln ist, und in der Tat ist er heute nicht investierbar.“

Die nächsten Schritte werden mit den Anlegern beraten

Zudem teilte MSCI, der als weltweit führender Indexanbieter gilt, mit: Gemeinsam mit den Anlegern wolle man über die nächsten Schritte beraten. Das Ergebnis solle innerhalb weniger Tage bekannt gegeben werden. Als nächsten natürlichen Schritt nannte Melas die Streichung des Indexes MSCI Russia oder den Wegfall russischer Wertpapiere aus den Indizes. Im Schwellenländer-Index von MSCI hat Russland eine Gewichtung von 3,24 Prozent, in der globalen Benchmark des Indexanbieters ist es mit rund 30 Basispunkten gewichtet.

Am 24. Februar – dem ersten Tag des Ukrainekrieges – hatte MSCI bereits mitgeteilt, die Positionen von russischen Aktien in Indizes bis auf weiteres einzufrieren. Damit hob es alle zuvor gefällten Entscheidungen über veränderte Indizes auf.  

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