Golf ist ein teures Hobby – vor allem, wenn man gut darin ist. So gehört es nach einem sogenannten Hole-in-One, also dem Meistern eines Lochs mit einem Schlag, zum guten Ton, im Anschluss sämtliche Anwesende im Clubhaus auf einen Aperol Sprizz, einen Kir Royal oder ein anderes Getränk einzuladen.
Je nachdem, wie viele Sportskanonen zu dem Zeitpunkt im Clubhaus verweilen, kann das eine kostspielige Angelegenheit werden. Schlagkünste können somit schnell zu finanzieller Schlagseite führen.
Bis zu 1.500 Euro für Siegesfeier
Wer Angst vor seinem eigenen Können hat, kann sich für den Fall der Fälle mit einer sogenannten Hole-in-One-Versicherung absichern – auch in Deutschland. Erst im vergangenen Jahr brachte beispielsweise die Hiscox zusammen mit dem Assekuradeur Golfassec eine Police auf den Markt, die auch die Trinkfreudigkeit der Vereinskollegen mit in den Versicherungsschutz einbezog. Bis zu 1.500 Euro werden hier erstattet. Voraussetzung: Das Hole-in-One muss im Rahmen eines offiziellen Turniers erfolgt sein, zudem muss der Golfclub dieses bestätigen.
In Korea scheinen die Versicherungsbedingungen weniger streng zu sein – denn hier nutzen offenbar immer mehr Betrüger ihre Hole-in-One-Versicherung, um Kasse zu machen. Einem Bericht der „Korea Times“ zufolge hatte die koreanische Finanzaufsicht FSS (Financial Supervisory Service) jüngst über verstärkten Missbrauch beim Einloch-Schutz gewarnt. In einem aktuellen Fall hatten sich 14 Versicherungsnehmer über drei Jahre insgesamt 67 Millionen Won (umgerechnet 51.000 Dollar) ergaunert, indem sie sich von Caddies vermeintliche Glanzleistungen attestieren ließen.
Die Versicherungen sind nun laut „Korea Times“ dazu übergegangen, statt eines Preisgeldes nur noch die Kosten zu zahlen, die mittels Quittung nachgewiesen werden können. Allerdings mehren sich auch hier die Betrugsfälle durch gefälschte Quittungen.
Versicherungsmitarbeiter bestraft
Auch Versicherungsmitarbeiter scheinen beim falschen Spiel mit dem falschen Erfolg mitzumischen. So verhängte die FSS erst kürzlich Strafen gegen 25 Angestellte von 13 Versicherern und Vermittlerbetrieben, die offenbar beim Betrug mit Golfversicherungen mitwirkten.
Ob die Aufsicht mit ihrer härteren Gangart die Betrugsversuche unterbinden kann, bleibt abzuwarten. Laut Presseberichten hat die Zahl der abgeschlossenen Golfversicherungen inklusive Hole-in-One-Schutz über die Pandemiezeit deutlich zugelegt.
Wer hierzulande über den Abschluss einer solchen Police nachdenkt, sollte eine Zahl im Hinterkopf haben. Laut Deutschem Golf Verband liegt die Chance auf ein Ass für Amateure bei 1:10.150 – nehmen Sie beim nächsten Besuch des Vereinsheims also lieber ihren Geldbeutel mit, mit einem Freibier ist eher nicht zu rechnen.


