Privatdetektiv fahndet nach fehlendem PIM-Gold

Laut Insolvenzverwalter Renald Metoja ist die Diskrepanz zwischen den bestehenden Forderungen und dem sichergestellten Gold enorm. Bei der Suche nach weiterem Gold soll nun ein Privatermittler helfen.

Wo ist das Gold geblieben? Das fragen sich derzeit die Gläubiger des insolventen Goldhändlers PIM. Vor dem Landgericht Darmstadt, in dem derzeit gegen zwei ehemalige Geschäftsführer des Heustämmer Unternehmens wegen schweren Betrugs verhandelt wird, wies Insolvenzverwalter Renald Metoja auf die große Diskrepanz zwischen bestehenden Forderungen und der bislang aufgefundenen Goldmenge hin. Das berichtet das Handelsblatt.  

„Es hätten rund drei Tonnen da sein müssen“, erklärte Metoja am Rande des Prozesses laut Handelsblatt-Bericht. Gefunden wurden bislang allerdings lediglich 270 Kilo Feingold sowie rund 180 Kilo Schmuck.  

Haben sich Mitarbeiter Gold in die eigene Tasche gesteckt?

Noch sei die Suche allerdings nicht beendet – so soll derzeit ein Privatdetektiv Gerüchten nachgehen, ehemalige PIM-Mitarbeiter hätten sich ein Teil des Goldes in die eigene Tasche gesteckt. Metoja erklärte laut Handelsblatt, dass dies angesichts der vor Ort lagernden Goldmenge durchaus möglich gewesen sei.  

Sollte weiteres Gold aufgespürt werden, könnte entsprechend mehr an die rund 7.000 Gläubiger ausgezahlt werden. Diese hatten im Februar eine erste Abschlagszahlung in Höhe von 7,5 Prozent auf die gerichtlich festgestellten Forderungen in Höhe von 178 Millionen Euro erhalten. Insgesamt sollen sie nach aktuellem Stand zwischen 15 und 20 Prozent ihrer Forderungen erstattet bekommen.  

Die PIM Gold GmbH hatte Gold-Investments an Kleinanleger verkauft. Diesen versprach sie teils zweitstellige Renditen, die durch Kauf und Recycling von Altgold erwirtschaftet werden sollten. Im September 2019 meldete das Heusenstammer Unternehmen nach Razzien Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben und mit neu eingeworbenen Kundengeldern die Zins-Zahlungen finanziert zu haben.