Wer sein Geld auf dem Konto parken möchte, sollte sich das immer besser überlegen: Nicht nur, dass die Aussicht auf aussichtsreiche Rendite gleich null geht. Zudem erhöhen immer mehr Banken ihre Gebühren beziehungsweise Verwahrentgelte.
Jüngstes Beispiel: Deutschlands zweitgrößte Direktbank DKB. Diese hatte erst im August dieses Jahres die Freibetragsgrenze für Neukunden, bis zu der keine Negativzinsen erhoben werden, von 100.000 auf 50.000 Euro gesenkt gehabt – nun schärft sie noch einmal nach. Künftig wird für alle ab dem 10. November neu eröffneten Giro- und Tagesgeldkonten ab einem Guthaben von bereits 25.000 Euro ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent erhoben.
Bankeinlagen steigen
„Die steigenden Sichteinlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten sind einerseits ein hervorragender Vertrauensbeweis in die Stabilität der DKB, gleichzeitig sorgt der zusätzliche Zinsaufwand für ernstzunehmende betriebswirtschaftliche Belastungen“, begründete Sascha Dewald, Bereichsleiter Privatkundegeschäft der DKB, den Schritt.
Zwar zeigte die Sparquote der Deutschen zuletzt aufgrund steigender Konsumlust nach unten, doch noch immer legen viele Deutschen Geld auf die hohe Kante – und zwar bevorzugt auf ihr Giro- oder Tageskonto. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wuchs die Höhe der Bankeinlagen im zweiten Quartal dieses Jahres um weitere 52 Milliarden auf mittlerweile 2,9 Billionen Euro – für die Banken wird die Sparlust der Deutschen folglich immer mehr zu einem Problem.
520 Banken verlangen Verwahrentgelte
Immer mehr Geldhäuser erheben deshalb Negativzinsen beziehungsweise sogenannte Verwahrentgelte: Laut dem Portal Biallo.de tun das mittlerweile 520 Banken und Sparkassen für Privatkunden Negativzinsen – allein im laufenden Jahr haben 260 Institute ein Verwahrentgelt für Guthaben auf dem Tages- beziehungsweise Girokonto eingeführt.
Mit einem Freibetrag von 25.000 Euro liegt die DKB im unteren Bereich der Freibetrags-Skala. Einzelne regionale Anbieter gewähren allerdings nur Freibeträge von 5.000 Euro, 34 Banken und Sparkassen erheben Negativzinsen bereits ab dem ersten Euro.
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