Negative Bilanz: Hohe Schäden durch E-Scooter

Durchschnittlich 3.850 Euro kostet die Versicherer ein Unfall mit einem E-Scooter. Damit liegt die Schadenhöhe sogar etwas über der von Mofas und Mopeds. „E-Scooter sind keine Spielzeuge“, warnt der GDV.

Seit bald drei Jahren sind E-Scooter auf deutschen Straßen zugelassen. Dabei sind sie immer wieder Grund für Ärgernis: Oft düsen zwei bis drei Personen auf einem der Elektrokleinstfahrzeuge durch die Gegend, noch dazu nicht selten auf dem Bürgersteig. Und was eigentlich ein Vorteil sein sollte, entpuppte sich rasch als Nachteil: Die Tretroller sind extrem leise, Passanten entgeht so schnell ein sich näherndes Gefährt und schon ist der Unfall passiert. „E-Scooter sind keine Spielzeuge“, warnt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Im Jahr 2020 wurden mit rund 180.000 versicherten Fahrzeugen 1.150 Unfälle verursacht, bei denen Dritte zu Schaden kamen. Das ist das Ergebnis der ersten Schadenbilanz, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag vorgelegt hat.

„Gerade wenn sie verbotenerweise auf dem Gehweg fahren, sind die E-Scooter eine große Gefahr für Fußgänger“, so Asmussen. Die Kfz-Haftpflichtversicherer zahlten für jeden der gezählten Unfälle im Schnitt rund 3.850 Euro. Damit liegt ihre Schadenbilanz sogar knapp über derjenigen von Mofas und Mopeds, die 3.700 Euro je Unfall beträgt. Pkws verursachen mit durchschnittlich 4.550 Euro die höchsten Schäden.

E-Scooter benötigen eine Betriebserlaubnis des Kraftfahrtbundesamtes und müssen haftpflichtversichert sein. „Die hohen Entschädigungen zeigen, wie gut und richtig die Entscheidung des Gesetzgebers war, eine Versicherungspflicht für E-Scooter einzuführen“, erklärt der GDV-Chef.

Eine Änderung wird es ab März dieses Jahres geben: Dann dürfen die insgesamt rund 2,1 Millionen Mofas, Mopeds und E-Scooter nur noch mit grünen Schildern unterwegs sein, während die blauen Nummernschilder ihre Gültigkeit verlieren. Wer dann noch mit dem alten Kennzeichen unterwegs ist, verliert seinen Versicherungsschutz und macht sich strafbar und: muss im Fall der Fälle die Kosten für einen Unfall aus eigener Tasche zahlen.

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