Nachdem Hacker im Dezember die Ideal zum Runterfahren ihrer Systeme gezwungen hatte, hat der Berliner Versicherer kurz vor Weihnachten seinen Geschäftsbetrieb mit wenigen Einschränkungen wieder aufgenommen. „Damit sind wesentliche Voraussetzungen für die vollständige Inbetriebnahme erreicht“, teilte der Versicherer mit.
So sei der Zahlungsverkehr für Kunden und Geschäftspartner wieder möglich. „Es ist ein herausfordernder Prozess, aber dank des Engagements unseres Teams und der engen Zusammenarbeit mit externen Spezialisten können wir die notwendigen Schritte unternehmen, um den Betrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen“, wird der Ideal-Vorstandsvorsitzende Maximilian Beck in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert.
Angriff durch "Akira"
Das Unternehmen hatte am 10. Dezember bekannt gegeben, Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. Hinter der Attacke wird die von vielen Experten mit Russland in Verbindung gebrachte Gruppierung „Akira“ vermutet, die derzeit sehr aktiv ist. Das Geschäftsmodell der Hacker: Erpressung. Die Täter verschlüsseln häufig Daten des Unternehmens, die im Anschluss nur gegen Zahlung eines Lösegelds wieder freigegeben werden. Häufig wird zudem mit der Veröffentlichung der erbeuteten Daten im Darknet gedroht. Auch Kunden des Unternehmens werden von den Tätern teils kontaktiert, um auf diese Weise den Druck zu erhöhen. Im Fachjargon spricht man in diesem Zusammenhang von „double bzw. gar triple extorsion“ (zweifache bzw. dreifache Erpressung).
Ob diese bei ihrem Angriff Beute in Form von Kundendaten gemacht hat, ist weiter unbekannt. Die Ideal teilte hierzu mit, dass die forensischen Untersuchungen in diesem Zusammenhang weit fortgeschritten seien. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Daten abgeflossen seien.
Long Story short
Nach einem Hackerangriff im Dezember hat die Ideal kurz vor Weihnachten ihren Geschäftsbetrieb weitgehend wieder aufgenommen, der Zahlungsverkehr läuft wieder und die vollständige Inbetriebnahme rückt näher. Hinweise auf einen Abfluss von Kundendaten gibt es laut Unternehmen bislang nicht, die forensischen Untersuchungen dauern jedoch an.


