Schadenfall der Woche

Nach dem Einbruch folgt der Ärger mit dem Versicherer

Im vergangenen Jahr räumten Einbrecher das Lager eines berühmten Uhrenhändlers in Berlin aus. Nun gibt es zu allem Überfluss auch noch Stress mit der Versicherung.

Schadenfall

Der mittlerweile insolvente Uhrenhändler Watchmaster streitet sich mit seinem Versicherer nach einem spektakulären Einbruch über die Begleichung des Schadens. | Quelle: procontra

Die Geschichte um den spektakulären Einbruch beim Berliner Uhrenhändler Watchmaster ist um ein weiteres Kapitel reicher. Zur Erinnerung: Im November vergangenen Jahres drangen Einbrecher in den Tresorraum einer ehemaligen Privatbank am Berliner Kurfürstendamm, den Watchmaster nutzte, ein und stahlen rund 1.000 Uhren im Gesamtwert von 14 Millionen Euro. Eingelagert waren hier Uhren, die die Kunden über Watchmaster verkaufen lassen wollten.

Im Mai schnappte die Polizei dann zwei mutmaßliche Täter aus dem Clan-Milieu, die Uhren allerdings blieben verschwunden. Watchmaster musste bereits kurze Zeit nach dem Einbruch Insolvenz anmelden. Zwar waren die Uhren versichert, allerdings nur zum Einkaufswert. Auf den hohen Kosten für Zertifizierung, Aufbereitung und Marketing blieb die Firma hingegen sitzen.

Doch mittlerweile scheint auch fraglich, ob die Kunden von Watchmaster ihren Schaden – die gestohlenen Uhren – ersetzt bekommen. Wie die „Wirtschaftswoche“ schreibt, informierte Watchmaster seine Kunden, dass die Versicherung – die Mannheimer Versicherung AG – bislang keine Anstalten mache, den Schaden zu regulieren.

Der Insolvenzverwalter Philipp Hackländer habe aus diesem Grund Klage gegen den Versicherer eingereicht. „Leider ist dieser Schritt durch das Verhalten der Mannheimer Versicherung AG erforderlich geworden, auch wenn wir mit einem mehrjährigen Prozess rechnen müssen“, schrieb der Uhrenhändler, der sich mittlerweile in der Abwicklung befindet, an seine Kunden. Der Versicherer wollte den Fall gegenüber der „Wirtschaftswoche“ aus Datenschutzgründen nicht kommentieren.