„Milde Winter sind teure Sturmwinter“

Mit Sturmtief „Nasim“ ist das siebte schwere Sturmtief in der vergangenen Woche über Deutschland gezogen, der Schaden geht in die Millionen. Für viele Versicherte könnte es nicht nur wegen der zahlreichen Naturgefahren-Schäden künftig teurer werden.

Mit Sturmtief „Nasim“ suchte vergangene Woche noch einmal ein Sturmtief Deutschland heim, das den Versicherern laut Einschätzung der aktuariellen Beratungsgesellschaft „Meyerthole Siems Kohlruss“ einen dreistelligen Millionenschaden bescherte. Insgesamt schätzen die Aktuare den entstandenen Schaden auf 150 Millionen Euro.  

Nasim ist damit der Schlusspunkt einer aktiven Wintersturmsaison 2021/2022 – insgesamt verzeichnete „Meyerthole Siems Kohlruss“ sieben Sturmfronten mit einem Schaden von über 100 Millionen Euro. Die Schadensumme beläuft sich insgesamt auf 2,2 Milliarden Euro, schätzen die Aktuare. „Dabei fallen allein zwei Milliarden Euro in das Bilanzjahr 2022“, sagte MSK-Geschäftsführer Onnen Siems.  

Ein Großteil der Schäden entfällt auf die kurz aufeinanderfolgenden Sturmtiefs „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“, die Ende Februar über Deutschland hinwegzogen. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sprach im Anschluss von rund 970.000 versicherten Schäden mit einer Schadenssumme in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. „Wieder einmal zeigt sich: Milde Winter sind teure Sturmwinter“, kommentierte Siems.  

Für die Versicherer werden Schäden durch Naturgefahren zu einem immer stärkeren Kostenfaktor. Laut GDV mussten die deutschen Versicherer noch nie so viel dafür zahlen wie im vergangenen Jahr – insgesamt 12,5 Milliarden Euro wurden für beschädigte Autos, zerstörten Hausrat und ramponierte Häuser fällig. Der Großteil entfiel dabei auf die Wohngebäudeversicherung, die bei zahlreichen Versicherern ohnehin schon rote Zahlen schreibt.

Die zu begleichenden Schäden werden für die Versicherer auch durch die steigende Inflation zu einem immer größeren Kostentreiber. Insbesondere Baumaterialien hatten sich zuletzt stark verteuert. Zahlreiche Wohngebäudeversicherer hatten laut einer Umfrage des Versicherungsmagazins angekündigt, künftig die Prämien ihrer Kunden anpassen zu wollen.

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