Der Verbraucherzentrale Bundesverband wird in diesem Jahr voraussichtlich mehr Geld von Seiten der Politik erhalten – das berichtet die Zeitung „Welt am Sonntag“. So soll die Verbraucherzentralen-Dachorganisation im Jahr 2022 insgesamt finanzielle Mittel in Höhe von 23,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) zur Verfügung gestellt bekommen – das wäre eine halbe Million mehr als noch 2021.
Bereits in den vergangenen Jahren waren die Zuwendungen des BMJV deutlich ausgebaut worden. Erhielt der vzbv 2019 laut Jahresbericht noch rund 12,5 Millionen Euro seitens des BMJV, waren es 2020 bereits rund 21,5 Millionen Euro. Die deutlich dickere Finanzspritze resultiert allerdings aus einem Sondereffekt: So wurden bis 2019 die "Marktwächter"-Programme über Projektmittel finanziert. 2020 wurden diese Projekte dann institutionalisiert und firmieren seitdem unter dem Titel Marktbeobachtung unter dem Dach des vzbv.
Zurückgefahren wird auf der anderen Seite offenbar das finanzielle Engagement des Justizministeriums gegenüber der „Stiftung Warentest“. Diese bekommt in diesem Haushaltsjahr noch einen Zuschuss von 970.000 Euro, 2023 sollen es dann nur noch 490.000 Euro sein. 2024 soll es keine finanzielle Förderung mehr geben, schreibt die „Welt“.
Finanzierung übers Stiftungskapital
Bislang finanzierte sich die 1964 von der Bundesrepublik Deutschland gegründete Stiftung über den Verkauf ihrer Publikationen, beispielsweise der Zeitschriften „Finanztest“ und „test“, von Büchern sowie von kostenpflichtigen Abrufen auf test.de. Die Zuwendungen durch das BMJV waren als Ausgleich dafür gedacht, dass die Stiftung Warentest in ihren Zeitschriften auf Werbeanzeigen verzichtet.
Das soll auch ohne jährlichen Zuschuss so bleiben. Stattdessen soll sich die Stiftung zukünftig aus den Erträgen ihres Stiftungskapitals finanzieren. Dieses war 2016/2017 um insgesamt 100 Millionen Euro aufgestockt worden.
Noch allerdings sind die von der „Welt“ veröffentlichten Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Das Haushaltsverfahren sei noch nicht abgeschlossen, bemerkt die Zeitung – Änderungen sind folglich noch möglich.
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