Wenn es um das Thema Altersvorsorge geht, spielen kapitalmarktnahe Produkte im Beratungsalltag der Versicherungsvermittler eine immer größere Rolle. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung zu Trends in der Lebensversicherung, an der sich insgesamt 134 Vermittler beteiligt haben.
Diese zeigt unter anderem, dass die Beratung zu fondsgebundenen Produkten ohne Garantien im vergangenen Jahr deutlich häufiger vorgenommen wurde als noch 2020 (siehe Grafik). Auch der Beratungsbedarf bei Fondspolicen mit Garantien ist im vergangenen Jahr angestiegen, wobei Kunden zu immer geringeren Garantien neigen.
Geringere Garantien
Bestand 2020 noch über die Hälfte der beratenen Kunden (50,6 Prozent) auf eine hundertprozentige Garantie, sank deren Anteil im vergangenen Jahr auf unter in Viertel (24,3 Prozent). Stattdessen wählen die meisten Kunden (42,6 Prozent) mittlerweile ein Garantieniveau zwischen 80 und 99 Prozent, gut ein Drittel (33,1 Prozent) ist sogar bereit, noch mehr ins Risiko zu gehen und wählt ein Garantieniveau von unter 80 Prozent.
Zu beobachten ist auch, dass viele Anleger nicht nur in der Ansparphase in Investmentfonds investieren wollen, sondern auch während der Rentenbezugsphase investiert bleiben wollen. Angesichts der steigenden Lebenserwartung kann es sich durchaus lohnen, auch während der Auszahlungsphase risiko-, damit aber auch chancenreicher zu investieren.
Laut IVFP spielt die fondsgebundene Rentenphase für knapp 60 Prozent der Befragten in ihrer Beratung derzeit eine Rolle – ob nun aktiv vom Kunden nachgefragt oder vom Berater ins Spiel gebracht, bleibt allerdings unklar. Für die Zukunft rechnen praktisch alle damit, dass das Thema weiter an Relevanz gewinnen wird.
„Gerade in Zeiten sehr niedriger Zinsen kann es für viele Versicherungsnehmer:innen durchaus Sinn machen, auch in der Rentenphase auf eine kapitalmarknahe Anlage des Vertragsguthabens zu setzen,“ so Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP.
Klassische Produkte werden indes immer weniger nachgefragt. Das zeigen nicht nur die Zahlen der Versicherer, sondern wird auch durch die vorliegende Umfrage offenbar. 40 Prozent der Vermittler gaben an, dass sie überhaupt nicht immer zu klassischen Produkten beraten.
BU-Versicherung gewinnt weiter an Bedeutung
Interessant an der Umfrage ist auch, dass die Bedeutung der Berufsunfähigkeitsversicherung in der Beratung weiter steigen. Nach wie vor ist sie das wichtigste Lebensversicherungs-Produkt im Beratungsalltag. 46 Prozent der befragten Makler gaben an, mehrmals monatlich zu BU-Versicherungen zu beraten (2020: 46 Prozent), weitere 40 Prozent (Vorjahr: 32 Prozent) erklärten, zumindest ein- bis dreimal das Thema BU-Versicherungen gegenüber ihren Kunden aufzugreifen. Bei der Grundfähigkeitsversicherung, zu der häufig geraten wird wenn ein BU-Abschluss nicht möglich ist, ging die Beratungshäufigkeit indes – wenn auch in nur geringem Maße – zurück.
Auch das Thema Nachhaltigkeit hält immer mehr Einzug in den Beratungsalltag. Rund 45 der befragten Makler gaben an, dass das Thema für ihre Beratung bereits eine große beziehungsweise sogar sehr große Bedeutung haben. 70 Prozent wollen das Thema zukünftig jedoch stärker gewichten. Lediglich ein knappes Viertel (24,2 Prozent) erklärte, dem Thema zukünftig keine größere Bedeutung zumessen zu wollen.
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