„Krankenversicherungen dürfen nicht als Impfpolizei wahrgenommen werden“

Laut Plänen aus der Politik sollen private und gesetzliche Krankenversicherer den Impfstatus ihrer Versicherten abfragen. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich die jeweiligen Verbände nun entschieden dagegen aus.

Die gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen haben sich gemeinsam gegen Pläne der Politik ausgesprochen, den Impfstatus ihrer Versicherten zu kontrollieren. Die Kontrolle des Impfstatus der Versicherten gehöre nicht zu ihren Aufgaben, heißt es in einer am Dienstag verschickten gemeinsamen Erklärung.  

„Gesetzliche und private Krankenversicherungen unterstützen alle Aktivitäten, die Impfquote zu erhöhen. Die im Entwurf vorgesehene Pflicht der Krankenversicherungen, ihre Versicherten über das neue Gesetz, die Abläufe und Beratungsangebote aktiv zu informieren, entspricht ihrem Aufklärungsauftrag“, heißt es in dieser. Die Abfrage, Sammlung, Speicherung sowie gegebenenfalls die Weiterleitung des individuellen Impfstatus lehnen die Krankenversicherungen jedoch ab. „Dies ist eindeutig Aufgabe staatlicher Stellen.“

Abfrage nicht praktikabel

Man dürfe das Vertrauen der Menschen in die Krankenversicherungen für den besonders sensiblen Gesundheitsschutz nicht gefährden, argumentieren die Verbände. „Krankenversicherungen dürfen von ihren Versicherten nicht als Impfpolizei wahrgenommen werden.“  

Darüber hinaus sei es für die Versicherungen schlicht nicht praktikabel, den Impfstatus der 66 Millionen volljährigen Bundesbürger zu erfragen. So müssten die Daten komplett neu erfasst werden. „Hinzu kommen die Echtheitsprüfungen für die eingereichten Nachweise. Für Versicherte, die keine Nachweise einreichen, müssten die Daten an mehrere Hundert verschiedene Ordnungsämter gemeldet werden“, merken die Verbände von GKV und PKV kritisch an.

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