Die aktuell hohe Inflation macht vielen Haushalten in Deutschland zu schaffen. Am Donnerstag meldete das Statistische Bundesamt, dass die Inflationsrate im September voraussichtlich auf zehn Prozent steigen wird. Preistreiber sind dabei vor allem die Preise für Energie (+43,9 Prozent) sowie Lebensmittel, die um 18,7 Prozent über denen des Vorjahresmonat lagen.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss nicht nur an der Tankstelle tiefer in die Tasche greifen. Auch in den Werkstätten werden mittlerweile deutlich höhere Preise aufgerufen. So hat sich nach Angaben des Verbraucherportals Finanztip der Preis für einen Ölwechsel zwischen 2017 und 2022 um 25 Prozent erhöht – den Preis für das Öl noch gar nicht einberechnet. Und auch in der Kfz-Versicherung dürften die Preise laut Expertenmeinung künftig deutlich steigen – schließlich bekommen auch die Versicherer die höheren Preise für Ersatzteile zu spüren.
Besonders hohes Sparpotenzial
Für viele Menschen werden die steigenden Preise zu einem immer größeren Problem. Erfreulich aus Ihrer Sicht ist es folglich, dass Finanztip für 2022 ein besonders hohes Sparpotenzial ausgemacht hat. Um dieses zu ermitteln, habe man zehn Profile für fiktive Musterkunden entwickelt und für diese Profile jeweils die Preise auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto abgefragt, erklärte Finanztip-Versicherungsexpertin Kathrin Gotthold bei einem Pressegespräch am Donnerstag.
Einsparpotenzial sieht Finanztip bei folgenden Stellschrauben:
Gerade die Fahrleistung kann derzeit ein lukrativer Hebel sein – vor allem dann, wenn sich das eigene Mobilitätsverhalten durch die Einführung des 9-Euro-Tickets oder die hohen Kraftstoffpreise geändert hat. Bei immer mehr Versicherern lässt sich die Fahrleistung mittlerweile auch rückwirkend anpassen – über diesen erfreulichen Trend hatte Finanztip bereits vor einigen Wochen berichtet.
Wie viel Potenzial in diesen Maßnahmen steckt, illustriert Finanztip am Beispiel eines ihrer Musterkunden, einem 49-Jährigen mit Vollkaskotarif und einem drei Jahre alten Opel Corsa.
Dieser kam laut Finanztip bei einem großen deutschen Versicherer auf einen Jahresbeitrag von 2.205 Euro. Durch die oben beschriebenen Maßnahmen und den Wechsel zu einem günstigen Versicherer lassen sich in diesem Musterfall aber 84 Prozent sparen – folglich kommt der Corsa-Fahrer nur noch auf einen Versicherungsprämie von 349,70 Euro.
Nicht bei jedem der Musterkunden dürfte das Sparpotenzial so hoch ausfallen – oftmals stellt sich auch die Frage, ob das Geld beispielsweise für eine jährliche Zahlweise überhaupt vorhanden ist. Auch das Einsparpotenzial beim Wechsel des Versicherers dürfte bei denjenigen Kunden, die bereits sei Jahren im selbem Tarif versichert sind, wesentlich höher sein als bei vergleichsweise neuen Kunden.
Die Untersuchung zeigt aber, welch hohes Beratungspotenzial selbst in einer vergleichsweise simplen Deckung wie der Kfz-Versicherung steckt. Makler sollten dieses für sich nutzen.

