Kfz-Versicherung: Für viele Makler weiterhin eine Haupteinnahmequelle

Die Autoversicherung ist bei unabhängigen Vermittlern weiter relevant. Das überrascht, denn das Kfz-Geschäft gilt als margenschwach und lässt sich nur durch Digitalisierung betriebswirtschaftlich sinnvoll betreiben, wie eine neue Studie zeigt.

Das private Kfz-Geschäft bleibt für Makler innerhalb der privaten Schaden- und Unfallversicherung wichtig. Eine „sehr große Relevanz" und „große Relevanz“ dieser Sparten sehen heute 48,3 Prozent der freien Vermittler. Vor fünf Jahren waren es 49,1 Prozent; in fünf Jahren erwarten die Befragten einen Wert von 44,8 Prozent.

Das ergab die Umfrage „Private Kfz- & Flottenversicherung 2021“, die von der der BBG Betriebsberatung stammt und an der sich 505 unabhängige Vermittler beteiligt haben, darunter 87 Prozent Makler. Den leichten Abwärtstrend im privaten Kfz-Geschäft gleicht die Entwicklung im Flottengeschäft aus. Hier sehen laut Studie knapp 33 Prozent heute eine „sehr große Relevanz" und „große Relevanz“. Vor fünf Jahren waren es erst 26,2 Prozent; in fünf Jahren erwarten dies 37,8 der Befragten.

Während private Kfz-Policen einen leicht standardisierbaren Versicherungsvertrag darstellen, der noch dazu keine hohen Margen aufweist, sieht es bei der Kfz-Flottenversicherung anders aus. Hier ist es von noch höherer Bedeutung, dass Schadenfälle schnell und reibungslos reguliert werden.

Kfz stärker am Umsatz beteiligt als gedacht

Für immerhin 40 Prozent der Befragten ist die Kfz-Versicherung eine Haupteinnahmequelle, für 22 Prozent sogar ihre Spezialität. Fast 14 Prozent sehen es als eine Möglichkeit, um einmal jährlich mit Bestandskunden in Kontakt zu treten, und für knapp zehn Prozent der Befragten ein Türöffner für die Neukundengewinnung.

Interessant: Etwa vier von zehn privaten Kfz-Policen werden über Pools, Verbünde, Dienstleister oder Haftungsdächer angebahnt oder abgewickelt. Bei Flottenversicherungen sind es sogar 60 Prozent.

Unabhängige Vermittler sehen dabei Vergleichsportale in der privaten Kfz-Versicherung zunehmend als Konkurrenz. Gut 30 Prozent empfinden dies heute als relevant. Vor fünf Jahren sahen es erst 15 Prozent so; in fünf Jahren erwarten fast 40 Prozent der Befragten Vergleichsportale als ernsthafte Konkurrenz. Im Flottengeschäft dürfte dies wegen des höheren Beratungsaufwandes weniger relevant sein. Die Studie machte dazu jedenfalls keine Angaben.

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Die Lieblinge der Makler

Die Favoriten der Makler wurden bei der BBG-Studie ebenfalls abgefragt:

Bei ihrer Zufriedenheit legen die Makler als Leistungskriterien vor allem die Abwicklung des Neugeschäfts, hohe Produktqualität, solide Schadenregulierung, gutes Image des Versicherers und ein ansprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis an.

Telematik-Tarife in Beratung gefragt

Bei den Leistungen rücken zunehmend Telematik-Tarife in den Blick, die bei 40 Prozent der Befragten in Beratungsgesprächen schon eine Rolle spielten. In sieben von zehn Fällen hatten Kunden danach gefragt, in 24 Prozent der Fälle sprach der Makler das Thema an, weil er von Telematik-Tarifen überzeugt ist, da vorbildliches Fahrverhalten mit Rabatten bei der Versicherung belohnt wird.

Tatsächlich vermittelt haben bislang 55 Prozent der Befragten einen Telematik-Tarif. Im Schnitt kommen solche Abschlüsse auf 7,2 Prozent der privaten Kfz-Versicherung. Ein erstes Rating von Telematik-Tarifen durch Assekurata sah im Vorjahr Huk-Coburg und Allianz vorn.

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