Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist hierzulande auf einem historischen Tiefstand: Wurden 2020 noch 75.023 Einbrüche gezählt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 54.236, wie aus den Zahlen der im April veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervorgeht. Das entspricht einem Rückgang um 27,7 Prozent. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre kontinuierlich fort. Lag im Jahr 2020 noch in sieben Städten die Anzahl der Häufigkeit von Wohnungseinbrüchen pro 100.000 Einwohner bei über 200, war das 2021 nur noch bei einer einzigen deutschen Stadt der Fall.
Besonders stark sank die Anzahl der Einbrüche im nordrhein-westfälischen Krefeld: War die Stadt 2020 mit 254 Fällen pro 100.000 Einwohnern noch unter den Top-5 der Einbruchs-Hochburgen, reduzierte sich die Anzahl im vergangenen Jahr auf 162. Dennoch liegen von den fünf beziehungsweise sechs Städten (zwei Städte teilen sich den vierten Platz im Ranking) mit den häufigsten Delikten pro 100.000 Einwohnern insgesamt drei in Nordrhein-Westfalen.
Die Städte mit den zahlenmäßig meisten Einbrüchen ingsgesamt sind jedoch: Berlin mit knapp 5.000 Fällen (4.984; 2020: 7.070), Hamburg mit 2.204 Einbüchen (2020: 3.442) und Köln, wo im vergangenen Jahr insgesamt 1.456 Delikte (2020: 1.992) gezählt worden sind. Erst dann folgen Bremen (977), Duisburg (807), Essen (799) und Düsseldorf (772).
Wie bereits im Vorjahr gehören Bremen, Bremerhaven und Bonn auch weiterhin zu den gefährlichsten Städten in Deutschland. Doch das Nord-Süd-Gefälle bleibt auch weiterhin bestehen: Während norddeutsche Städte häufiger von Einbrüchen betroffen sind, kommt der Süden vergleichsweise glimpflich davon. Im vergangenen Jahr verschafften sich Einbrecher am seltensten in Fürth (19), Würzburg (20), Regensburg (22), München (24) und Ingolstadt (23) Zugang zu fremden Wohnungen.
Homeoffice und mehr Sicherheitsvorkehrungen
Ein Grund für den generellen abermaligen Rückgang der Delikte: Während der vergangenen zwei Jahre hat die Anzahl jener Angestellten, die im Homeoffice arbeiten, zugenommen. Allein das schreckt potenzielle Einbrecher ab, die sich dadurch wohl weniger Chancen auf einen unbemerkten und damit erfolgreichen Einbruch ausgemalt haben.
Doch nicht allein durch Pandemie habe der Positivtrend angehalten und sich verstärkt, erklärte jüngst der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Demnach investieren viele Haus- und Wohnungsbesitzer auch in bessere Sicherheitstechnik. „Das zahlt sich aus“, sagte GDV- Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen im April. Dass die neue Bundesregierung auch für 2022 Fördermittel für den Einbruchdiebstahlschutz bereitgestellt habe, sei ein wichtiges Signal. Bis zu 1.600 Euro Fördergelder können bei der KfW beantragt werden.
Aus Sicht der Versicherer sollten Schwachstellen an Haus oder Wohnung besonders gesichert werden, etwa Fenster und Türen. Schließlich scheitere nahezu jeder zweite Einbruch, weil die Täter nicht schnell genug ins Haus kommen. Allerdings werden solche Fenster und Türen, die Einbrechern den Einstieg erschweren, bei Neubauten nicht standardmäßig eingebaut, auch Vorschriften dazu fehlen bislang.

