Durch Pandemie: Angst vor Altersarmut steigt

An die Losung "Die Rente ist sicher" glauben mittlerweile nur noch wenige. Die Folgen der Pandemie haben die Ängste rund um die Altersvorsorge und -versorgung weiter angeheizt. Gerade jüngere Menschen fürchten, später in die Altersarmut zu rutschen.

Die Angst vor der Altersarmut treibt immer mehr Menschen um. Kein Wunder angesichts der gestiegenen staatlichen Ausgaben im Zuge der Corona-Pandemie. Doch auch die Wirtschaft schwächelt und erholt sich nur langsam: „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Eine vollständige Normalisierung kontakt­intensiver Aktivitäten ist kurzfristig nicht zu erwarten“, prognostizierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor wenigen Tagen. Im Oktober hat sich, wie zu erwarten war, das Konjunkturbarometer noch einmal deutlich abgekühlt.

Vor dem Hintergrund dieser Hiobsbotschaften nimmt es kaum Wunder, dass Arbeitnehmer aller Generationen um ihre betriebliche Altersversorgung bangen: Demnach rechnen 72 Prozent mit negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Rente aller Generationen. Besonders junge Erwachsene sorgen sich um ihre Rente: 81 Prozent der 18- bis 29-Jährigen rechnen mit Einschnitten. Das ist das Ergebnis der Studie „Generationengerechtigkeit und Altersversorgung“, die das Beratungsunternehmen Aon im Frühjahr dieses Jahres unter 1.000 Arbeitnehmern zwischen 18 und 65 Jahren aus Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern sowie unter 119 Führungskräften durchgeführt hat.

Je älter die Mitarbeiter, desto geringer die Sorge um die Altersversorgung – so lassen sich die Ergebnisse zusammenfassen. Bei älteren Arbeitnehmern zwischen 60 und 65 Jahren sank die Angst vor negativen Effekten auf die Altersversorgung auf 60 Prozent.

Arbeitgeber sind gelassener

Arbeitgeber selbst hingegen sehen die Entwicklungen etwas gelassener: Von ihnen schätzt die Hälfte (53 Prozent), dass sich die Entwicklungen durch die Pandemie nachteilig auf die Versorgung der jüngeren oder aller Angestellten im Alter auswirken könnten. Dass es zu Einschnitten kommt, die allein die ältere Generation betreffen, glauben sie gar nicht. Ganze 40 Prozent erwarten überhaupt keine negativen Auswirkungen.

Bei der Frage, ob das aktuelle Rentensystem fair für alle Beteiligten ist, zeigt sich deutliches Sprengpotenzial: Ganze 72 Prozent sehen hier Ungerechtigkeiten zwischen Jung und Alt. Das Pandemiegeschehen und die wirtschaftlichen Folgen dürften die Unzufriedenheit mit dem bisherigen System noch verstärken. Ein Ausweg könne, so das Beratungsunternehmen Aon, im Abschluss einer betrieblichen Altersversorgung liegen. Demnach sehen das auch 61 Prozent der Arbeitnehmer und 71 Prozent der Arbeitgeber so. Ganz uneigennützig sind die erhobenen und genannten Zahlen allerdings nicht: Aon bietet selbst Beratungen und „Lösungen“ für die bAV an und würde entsprechend von einer stärkeren Nachfrage nach dem Produkt profitieren.

Verschiedene Wege zur Vorbeugung von Altersarmut

Die Tatsache, dass es in Deutschland ein Problem mit Altersarmut gibt, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Zumal die Dunkelziffer hoch sei, wie Lydia Staltner, Gründerin des Vereins LichtBlick gegenüber dem Bayerischen Rundfunk vor Kurzem gesagt hat. Demnach geht nur einer von drei armen Rentnern zum Amt. „Deutschland hat eine offizielle Altersarmut von über 500.000 Leuten. Und die Regierung sagt: Ach, das sind ja nur so drei, vier Prozent. Aber es gibt auch die versteckte Armut.“ Allein die durch die Inflation gestiegenen Heizkosten stellen für Rentner, die am Existenzminimum leben, ein beträchtliches Problem dar.

Nur auf die gesetzliche Rente und die betriebliche Altersversorgung zu setzen, wird den Missstand jedoch nicht beheben. Zumal es immer auch vom Arbeitgeber und den Konditionen abhängt, ob sich eine bAV lohnt. Experten raten immer wieder zusätzlich zur privaten Altersvorsorge zum Beispiel in Form vom börsennotierten Indexfonds, den ETFs.

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