Diese Hausratversicherer mussten beim Vertragsbestand Federn lassen

Während der Gesamtbestand an Hausratversicherungen zuletzt nahezu konstant blieb, ist bei den einzelnen Anbietern reichlich Bewegung zu verzeichnen. Neben zahlreichen Gewinnern gab es auch etliche Unternehmen, denen die Hausratkunden abspenstig wurden. Sechs Unternehmen verloren dabei fünfstellig.

Die Hausratversicherung gilt als vergleichsweise einfaches Versicherungsprodukt – entsprechend hoch ist der Anteil der Kunden, die den entsprechenden Schutz online via Vergleichsportal einkaufen.  

Nicht immer ist das die richtige Entscheidung: Denn die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern fallen groß aus. Ob der Einwandsverzicht bei grober Fahrlässigkeit, die Mitversicherung von Gartenmöbeln oder die Nachtzeitklausel bei Fahrraddiebstählen – wer nicht genau in die Bedingungen schaut, ist im Schadenfall eventuell der Angeschmierte.  

Für Makler lohnt es sich folglich, ihre Kunden auf die oftmals als Brot- und Butter-Police bezeichnete Hausratversicherung anzusprechen. Eine Umfrage des Hamburger Insurtechs Helden.de unter 1034 Bundesbürgern/innen offenbarte 2019 großes Potenzial. So gaben 44 Prozent der Befragten an, entweder über keine Hausratversicherung zu verfügen oder starke Zweifel daran zu haben, dass ihre Hausratversicherung ausreichend Schutz gewähre.  

Ein Drittel erklärte darüber hinaus, nicht zu überprüfen, ob für ihre Police Aktualisierungsbedarf bestehe. So verpassen die meisten Anbieter ihren Tarifen regelmäßig Updates und implementieren neue Leistungen. In vielen neueren Verträge ist die sogenannte Außenversicherung wesentlich umfangreicher. Nicht nur die Wertsachen in der eigenen Wohnung, sondern auch diejenigen im Hotelzimmer oder im Auto sind damit versichert. Gleiches gilt für Gartenmöbel.

Blickt man auf die Bestände der 50 größten Hausratversicherer (91 Prozent Marktabdeckung) fallen die großen Wechselbewegungen auf. Laut aktuellem „Branchenmonitor Hausrat“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH konnten 27 Anbieter im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr Verträge hinzugewinnen, bei 23 Versicherern schmolz der Vertragsbestand hingegen ab. Der Gesamtbestand blieb mit 26,7 Millionen Verträgen (2019: 26,6 Millionen) laut GDV nahezu unverändert.  

Einige Versicherer mussten dabei deutlich Federn lassen – gleich sechs Unternehmen verloren eine fünfstellige Anzahl an Verträgen (siehe Bilderstrecke). Für die Versicherer war das besonderlich bedauerlich, da die Schadenzahlen in der eh schon lukrativen Hausrat-Sparte im ersten Corona-Jahr nochmals zurückgingen beziehungsweise Schäden schneller erkannt wurden und somit geringer ausfielen. Grund hierfür war unter anderem, dass die Zahl der Einbrüche sank, da viele Menschen aufgrund der Pandemie vom Home-Office aus arbeiten und/oder ihren Urlaub zu Hause verbrachten.

Bei diesen Anbietern schrumpfte der Bestand am stärksten