Deka, DWS & Co.: Fondsanbieter frieren Handel ein

Wer sich aus finanziellen oder moralischen Gründen von Fondsanteilen mit Russland-Schwerpunkt trennen möchte, stößt derzeit auf Probleme: Viele Anbieter haben den Handel ausgesetzt.

Trotz mehrerer Sanktionspakete des Westens läuft die russische Invasion in der Ukraine unvermittelt weiter. Auch viele Anleger überdenken angesichts des russischen Angriffskrieges ihre Investitionen – allein schon aus moralischen Gründen. Zwar liegt laut der Ratingagentur Morningstar der Anteil russischer Titel am gesamten europäischen Fonds- und ETF-Vermögen von 12 Billionen Euro gerade einmal bei 0,27 Prozent – in manchen Osteuropa-Fonds ist Russland allerdings wesentlich stärker vertreten.  

Wer jedoch in diese Fonds investiert hat, kann von seinem Investment derzeit nicht zurücktreten. Immer mehr Fondsanbieter haben die Ausgabe sowie Rücknahme von Fondsanteilen derzeit ausgesetzt.  

Das liegt daran, dass seit Montag der Handel an der Moskauer Börse, an der die meisten russischen Unternehmen gelistet sind, ausgesetzt ist. Die Fondsgesellschaften haben somit keine Möglichkeit mehr, den sogenannten Nettoinventarwert – sprich den Gesamtwert des Fondsvermögens korrekt zu ermitteln.   Aufgrund dessen hat beispielsweise die französische Fondsgesellschaft Amundi Zeichnungen und Rücknahmen für alle Fonds ausgesetzt, die mehr als zehn Prozent an lokal notierten russischen Vermögenswerten halten.

Betroffen sind davon:  

Auch die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka hat den Handel mit ihrem Osteuropa Fonds Deka ConvergenceAktien aufgrund „des eskalierenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine und den damit einhergehenden Marktverwerfungen und eingeschränktem Zugang zu wesentlichen Märkten“ ausgesetzt. Auch Sparpläne seien von der Schließung betroffen, teilt die Deka mit.  

Fondsgesellschaften wie Blackrock, FranklinTempleton und Union Investment – der UniEM Osteuropa war beispielsweise mit 57 Prozent in russische Titel investiert – haben den Handel mit bestimmten Fonds ebenfalls eingefroren.    

Auch die DWS, Fondstochter der Deutschen Bank, teilte Anfang März den Anlegern des „DWS Russia“, der stark in Energieunternehmen wie Lukoil und Novatek investiert ist, mit, dass man seit 1. März die Rücknahme von Anteilen des Fonds bis auf weiteres ausgesetzt habe. Diese Entscheidung werde in regelmäßigen Abständen überprüft – doch wann der Handel wieder aufgenommen werden kann, bleibt ungewiss.  

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