Debeka: Corona nur selten BU-Ursache

Das Coronavirus hat auch die Arbeit der Berufsunfähigkeitsversicherer durcheinandergewirbelt. Wie umgehen mit den Neugeschäftsanträgen von Menschen, die bereits infiziert waren? Hier bildete sich schnell eine gewisse Vorsicht bei vielen Anbietern: Bis zu einem Jahr nach überstandener Infektion wurden ihre Anträge teilweise von der Bearbeitung und Policierung zurückgestellt.
Und wie sieht es leistungsseitig mit Corona aus? Darüber informiert nun die Debeka Lebensversicherung und hat dazu ihren Bestand von 451.000 Berufsunfähigkeitsversicherungen ausgewertet. Im Jahr 2021 wurden rund 950 neu eingetretene Leistungsfälle bestätigt. Eine Corona-Erkrankung als eigene BU-Ursache hatten davon sechs Fälle, also 0,6 Prozent. Eine vergleichbare Auswertung hatte im Frühjahr auch die Alte Leipziger durchgeführt – mit einer ähnlich geringen Corona-Quote.
Im vierten Quartal des Jahres 2020 seien die ersten beiden BU-Leistungsanträge mit Corona als Ursache bei der Debeka eingegangen, heißt es von Seiten des Koblenzer Versicherers. Im vergangenen Jahr seien diese dann anerkannt worden. Die geringe Fallzahl in 2020 könnte damit zusammenhängen, dass es kurz nach Ausbruch der Pandemie noch an Arztprognosen zur Berufsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten gefehlt habe, schätzt man bei der Debeka. Darüber hinaus seien hauptsächlich ältere Menschen schwer an Covid-19 erkrankt, die keinen Berufsunfähigkeitsschutz (mehr) hätten.
Der Hauptgrund für die Leistungsfälle bei der Debeka waren mit 44,9 Prozent psychische Erkrankungen. Gegenüber dem Vorjahr sind diese um 4,3 Prozentpunkte gestiegen. Die zweithäufigste Ursache sind Geschwülste, zum Beispiel Krebserkrankungen, mit 15,4 Prozent (2020: 16,9 Prozent). Die dritthäufigste Ursache sind Erkrankungen des Bewegungsapparates mit 11,9 Prozent (2020: 14,1 Prozent).
Rund 67,2 Millionen Euro BU-Rente (Vorjahr: 63,3 Millionen Euro) zahlte die Debeka im Jahr 2021 an knapp 7.650 Personen (Vorjahr: ca. 7.500) aus. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche BU-Rente von jährlich 8.785 Euro beziehungsweise monatlich 732 Euro.
