Bäume stürzten auf Schienen und Straßen, zahlreiche Haushalte waren ohne Strom, Dächer wurden abgedeckt, Menschen verletzt: Das Sturmtief Ignatz/Hendrik hinterließ Ende vergangener Woche in vielen Regionen Deutschlands heftige Spuren. Nun gaben die Aktuare der Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) bekannt: Dabei entstand voraussichtlich ein versicherter Marktschaden von 250 Millionen Euro – damit ist Ignatz/Hendrik das bisher teuerste Sturmereignis dieses Jahres.
Kein Vergleich zu Milliardenschäden der Flutkatastrophe
Da bis Mittwoch das Tief „Ignatz“ wetterbestimmend war, wurde zunächst unter diesem Namen über die Unwetter berichtet. Schließlich korrigierte sich jedoch der Deutsche Wetterdienst und ordnete die Windgeschwindigkeiten am Donnerstag dem Tief „Hendrik II“ zu. Dadurch kam es zur Koppelung der beiden Bezeichnungen.
„Am heftigsten wütete das Sturmtief in der Mitte Deutschlands in einem Gebiet vom Saarland bis nach Sachsen, in dem die Böengeschwindigkeiten Werte über 100 Stundenkilometer erreichten“, sagt MSK-Geschäftsführer Onnen Siems. „Nur der äußerste Norden und Süden waren kaum betroffen.“ Bevor der Sturm am Donnerstag über Deutschland hinwegfegte, hatte er schon in Frankreich und den Benelux-Ländern Schäden verursacht. Laut den Aktuaren könnten die Unwetterfolgen jedoch „bei weitem“ nicht mit den Milliardenschäden verglichen werden, die durch die Hagelereignisse im Juni und die Flutkatastrophe im Juli ausgelöst wurden. Nach einer BaFin-Umfrage unter deutschen Versicherern und Rückversicherern hatte der durch das Juli-Hochwasser ausgelöste versicherte Schaden bei rund 8,2 Milliarden Euro gelegen. 400 Großschäden mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro registrierte der Branchenverband GDV. Die Hagel-Unwetter im Juni verursachten laut den Aktuaren von Meyerthole Siems Kohlruss in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Gesamtschaden von mehr als zwei Milliarden Euro.
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