Einkommensabsicherung: Erspartes bietet selten Schutz

Wer wegen einer Krankheit oder Verletzung nicht mehr arbeiten kann, steht schnell vor dem finanziellen Ruin: Knapp die Hälfte aller Erwerbstätigen könnte ohne aktuelles Einkommen ihren Lebensstandard nicht länger als ein halbes Jahr finanzieren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Nürnberger Versicherung. Zudem sind nur 16 Prozent der 2.070 Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass sie ihr Existenzniveau ohne ihr jetziges Einkommen länger als zwei Jahre aufrechterhalten können. Trotzdem hat mehr als ein Drittel der Befragten nicht mit einer entsprechenden Versicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit vorgesorgt.
So hat nur jeder vierte Erwerbstätige (26 Prozent) eine BU-Police abgeschlossen. Noch weniger stehen Dread-Disease-, Grundfähigkeits- oder All-Risk-Versicherungen im Fokus: Gerade mal ein Prozent der Berufstätigen hat sich mit diesen BU-Alternativen abgesichert. „Eine private Vorsorge ist in der heutigen Zeit unumgänglich“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger, Armin Zitzmann. Aus finanziellen Gründen würden viele Menschen jedoch darauf verzichten. „Dabei gibt es inzwischen mit Spezialprodukten wie einer Krebs- oder Grundfähigkeitsversicherung kostengünstigere Alternativen zur BU.“
Besonders Frauen haben ihr Einkommen schlecht abgesichert: So verfügen 31 Prozent der Männer über eine BU-Police, aber nur 22 Prozent der Frauen. Laut Zitzmann sei dieses Ergebnis besorgniserregend, da Frauen im Durchschnitt immer noch ein geringeres Gehalt als Männer beziehen. „Sie sind daher eher von Armut bedroht und müssten sich dementsprechend mehr mit dem Thema auseinandersetzen."
Was die Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit angeht, ist für Vermittler dabei folgender Punkt besonders interessant: 48 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Informationen zum Thema Einkommensschutz. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist dieses Bedürfnis noch ausgeprägter: 66 Prozent wollen mehr über die Absicherung ihrer Arbeitskraft informiert werden. „Das Bewusstsein für die Dringlichkeit ist da“, meint Zitzmann. Hier sei folglich die Branche gefordert, „verstärkt aufzuklären und aktiv gegen eine drohende Verarmung durch Einkommensverlust durchzugehen“.
