Das Ergebnis war mehr als eindeutig: Ein Großteil der Makler wünscht sich für die kommende Legislatur einen FDP-Kanzler. Zusammen mit dem AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hatte procontra in der vergangenen Woche 557 Vermittlern folgende Frage gestellt: „Wie würden Sie abstimmen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“ 45,6 Prozent gaben der FDP ihre Stimme.
Demnach würde eine gelb-schwarze Koalition in Zukunft die Regierungsgeschäfte führen: Mit 22,6 Prozent landete die CDU/CSU auf Platz zwei. Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 10,4 Prozent. Auch in anderen bundesweiten Umfragen kommt die Partei aktuell auf zehn bis elf Prozent der Stimmen. In etwa den gleichen Stimmanteil verbuchten die Grünen bei den Maklern (10,1 Prozent). Weit abgeschlagen sind die Linken mit 3,4 Prozent und auch die SPD würde mit 2,2 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde verfehlen.
Im Vergleich zur letzten AfW-Sonntagsfrage aus dem November 2020 verbesserte sich die FDP in der aktuellen Erhebung erheblich, sie gewann knappe 16 Prozentpunkte hinzu. CDU/CSU verloren 14,5 Prozentpunkte. Die anderen Parteien blieben weitgehend unverändert. „Möglicherweise schlägt hier das Riester-Desaster der Bundesregierung unmittelbar auf das Wahlergebnis durch“, analysierte AfW-Vorstand Frank Rottenbacher das Ergebnis. Nicht nur, dass die derzeitige Bundesregierung eine Riester-Reform nicht auf den Weg gebracht hat, könnte unter Vermittlern für Verstimmung gesorgt haben. Auch die Forderung aus Reihen der Union, zukünftig bei der staatlich geförderten Altersvorsorge auf ein Produkt ohne Abschlusskosten setzen zu wollen, dürfte unter Vermittlern nicht gerade positiv aufgenommen worden sein.
Wählergunst der Makler weicht von der bundesweiten ab
Festzustellen ist, dass die politische Gunst der Makler deutlich von der der Gesamtbevölkerung abweicht. Wie eine aktuelle Wahlumfrage des Marktforschungsinstituts INSA vom 10. Juli ergab, wäre nämlich bundesweit die Union mit momentan mit 28 Prozent stärkste Kraft, danach folgen SPD und Grüne mit jeweils 17 Prozent. Die FDP kommt auf 12, die Linke auf 8 und die AfD auf 11 Prozent.

